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 Betreff des Beitrags: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Di Jul 06, 2010 7:02 am 
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Es geht weiter...
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Kapitel I


Sarah starrte auf die Unterlagen vor sich, doch sie sah nicht viel. Sie war tot müde, doch da sie die Spätschicht erwischt hatte, blieb ihr nichts anderes übrig, als hier herumzugammeln. Sarah liebte ihren Job als Krankenschwester, doch der Spätschicht konnte sie nichts abgewinnen. Vor allem der Nachhauseweg war für sie eine einzige Tortur. Sarah wohnte praktisch am anderen Ende der Stadt und sie legte diese Strecke täglich mit dem Fahrrad zurück. Sie hasste es, wenn sie durch die Dunkelheit fahren musste. Zu viele merkwürdige Sachen waren in letzter Zeit passiert. Vor allem hier im Krankenhaus. Dinge schwebten durch die Luft oder verschwanden, nur um irgendwo anders wieder aufzutauchen. Obwohl, dass hatte sich in den letzten Tagen gelegt. Nur die flüsternden Stimmen und seltsamen Geräusche waren geblieben.
Sarah seufzte frustriert und legte die Krankenakte, in der sie gerade gelesen hatte, bei Seite. Sie konnte sich eh nicht konzentrieren, also konnte sie genauso gut ihre Kontrollrunde machen. Sie hatte heute Nacht nicht viel zu tun. Die Notaufnahme war bis auf wenige Fälle gähnend leer. Dafür war sie dankbar. Am liebsten hätte sie sich während der ganzen Schicht hinter dem Empfangstresen versteckt. Wer wusste schon, was alles passieren würde. So wie letzte Woche, als plötzliche eine der Treppenhaustüren von einer unsichtbaren Kraft aus den Angeln gerissen worden war. Sie erschauerte, als sie daran zurückdachte. Sie stand auf und kam hinter dem Tresen hervor. Sie griff nach ihrem Klemmbrett. Langsam ging sie den Flur entlang und sah ihre Liste durch, was sie alles tun musste.
Plötzlich blieb sie wie angewurzelt stehen. Irgendetwas stimmte nicht. Es war geradezu tödlich still auf den Flur. Jedes Geräusch schien gestorben zu sein. Ein eiskalter Schauer lief ihr über den Rücken. Misstrauisch und ängstlich zugleich ließ sie ihren Blick über den Korridor schweifen. Doch so sehr sie sich auch anstrengte, sie konnte nichts ausmachen, was bedrohlich wirkte. Trotzdem konnte sie spüren, dass sie in Gefahr war. Sie drückte das Klemmbrett wie zum Schutz gegen ihre Brust. Langsam wich sie mit dem Rücken zur Wand zurück, um beide Richtungen des Ganges im Auge zu behalten. Sarah konnte spüren, wie sinnlose Panik in ihr aufstieg. Ihr Herz raste und ihr Atem kam stoßweise. Die Luft schien plötzlich erschreckend kalt. Kleine Wölkchen formten sich vor ihrem Mund. Sarah hatte Mühe zu verhindern, dass sie die Augen zukniff und sich zu einer Kugel auf den Boden zusammen rollte. Ihre Panik schien ihr fast den Atem zu rauben. Sie konnte das Böse fühlen, dass sie nun umgab. Sie schien es berühren zu können, wenn sie nur die Hand ausstrecken würde. Es umgab sie von allen Seiten und schien sie ersticken zu wollen. Sarah rang wie ein Fisch auf dem Trockenen verzweifelt nach Luft. Ihre Muskeln verkrampften sich. Das Klemmbrett fiel laut klappernd zu Boden. Eiskalte Finger legten sich um ihren Hals und schürten die restliche Luft ab. Sarah versuchte zu schreien, doch kein Ton kam über ihre Lippen. Schwarze Punkte begannen vor ihren Augen zu tanzen. Nebel schien sich vor ihr zu bilden, in dem sie schwach ein furchtbar entstellten Gesicht sehen konnte. Sarahs Panik steigerte sich ins unermessliche. Ein leises grausames Lachen erklang, doch sie nahm es nur gedämpft wahr. Ein scharfer Schmerz durchzuckte ihre Brust. Es fühlte sich an, als triebe ihr jemand einen heißen Schürhaken in den Körper. Sarah blickte durch den Nebel nach unten. In ihrer Brust schien ein Loch zu sein, aus dem ein gleißendes Licht floss, nur um dann in der nebelhaften Gestalt zu verschwinden. Das Lachen klang erfreut und genießerisch. Sarah hatte das Gefühl, als würde man sie in Stücke reißen. Dann war es plötzlich vorbei. Finsternis senkte sich über sie und dann spürte sie nichts mehr.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Mi Jul 07, 2010 6:59 am 
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Chiraju - Mongolei, China

Der Boden war vom Regen schon völlig durchweicht, doch der Himmel dachte nicht daran, seine Schleusen zu schließen. Vermischt mit Blitz und Donner, prasselten die Sinnfluten vom Himmel.
Der Regen war ungewöhnlich. Bis zur Regenzeit war es noch Wochen hin. Und selbst dann würden niemals solche Massen das Land überspülen.
Chiraju war ein kleines Dorf, mitten in der Wüste, weit abgeschnitten von jeglicher Zivilisation. Dorthin verirrten sich nur selten Menschen. Manchmal vergingen Jahre, bis jemand kam. Alles, was die Bewohner brauchten, bauten sie selber an. Die restlichen Sachen wurden aus den Städten geholt, wo jede Woche jemand hinfuhr. Selbst durch die Moderne, die dort Einzug gehalten hatte, wirkte das Dorf, als wäre es aus einer tiefen Vergangenheit.
Der Friedhof des kleinen Dorfes lag etwas außerhalb. Er war alt und verfallen. Nur wenige neue Gräber zierten ihn. Er war furchteinflössend und für das kleine Dorf viel zu groß. Auf ihn lagen viele Mönche begraben. Die Mönche eines dunklen Ordens, der sich diese Gegend ausgesucht hatte, um zu wirken. Um darauf zu warten, dass sich endlich die Prophezeiung über die dunkle Königin erfüllen würde. Der Friedhof wurde gemieden wie die Pest. Er war zu einem unreinen Ort geworden. Böse und unheimlich thronte er vor den Toren des Dorfes. In der Mitte stand eine Weide, unter der ein Grab lag. Es war bereits einen Monat alt und trotzdem roch es dort nach frisch aufgebrochener Erde, so als wäre es erst gestern zugeschaufelt worden. Ein schlichter Grabstein zierte den Erdhügel. Nur der Name war grob eingemeißelt worden: Lisa Corregon.
Niemand hatte sie auf den Friedhof begraben wollen. Niemand hatte ihren Körper in der Nähe seines Zuhauses haben wollen. Doch die dunklen Mönche, die nach wie vor ihr Unwesen trieben, hatten es trotzdem getan. Es sprach niemand darüber, aber jeder wusste, dass die junge Wissenschaftlerin und ihr Team unter ziemlich mysteriösen Gegebenheiten ums Leben gekommen waren. Viele gaben dem dunklen Geist die Schuld, der körperlos immer wieder das Dorf heimgesucht hatte. Seltsame Krankheiten hatte es in den letzten Jahrhunderten immer wieder gegeben. Niemand konnte ahnen, dass Dracula ihnen die Lebenskräfte entzogen hatte, damit er in seinem Gefängnis aus Stein hatte überleben können. Der Zauber, der ihn dort gehalten hatte, hatte dies nicht verhindern können. Und so hatte er Lisa gefunden, auf dass sie ihn endlich befreien würde. Er hatte so lange gewartet, bis er sie gespürt hatte. Der Teil seines selbst, den er in Frankreich zurückgelassen hatte, hatte sie sofort erkannt. Sie war eine direkte Nachfahrin von Bruder Marcus. Und somit hatte er auch Rache für sein Exil nehmen können.
Jetzt lag Lisa in der Erde. Seit einem Monat, doch ihr Körper wies nicht die geringste Spur von Verfall auf. Makellos ruhte er in dem Sarg, den die dunklen Mönche unter verschiedenen Zeremonien gemacht hatten. Und das über Jahre hinweg. Schon vor so vielen Jahren hatten sie gewusst, dass es hier beginnen würde. Und so schlichen sie Punkt Mitternacht zu der Weide und begannen, Lisa auszugraben.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Do Jul 08, 2010 7:14 am 
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Lisa riss die Augen auf. Wie lange war sie bewusstlos gewesen, seit man sie begraben hatte? Wie lange hatte sie in der Erde gelegen, unfähig sich zu rühren? Nicht sehr lange, dachte sie sich. Sie konnte noch atmen. Sie schloss für einen Moment die Augen und spürte, wie ihr eine Träne über das Gesicht lief. Sie hatte alles miterlebt. Nur zu deutlich konnte sie Daniels Augen vor sich sehen, wie sie sich schwarz färbten und dann konnte sie wie ein Echo den Schmerz am Hals spüren, als er seine Zähne dort versenkt hatte. Und dann die Männer, die sie für tot erklärt hatten. Das Leichenschauhaus. Dunkel erinnerte sie sich an ein paar Schatten und dann hatte man den Sarg geschlossen. Selbst jetzt konnte sie die Erde prasseln hören.
Doch dann stutzte Lisa. Es hörte sich eher so an, als würde man ihr Grab öffnen. Lisa schöpfte Hoffnung: Hatte man am Ende doch den Fehler bemerkt, den man begannen hatte, als man sie begraben hatte? Sie versuchte zu schreien, doch nur ein heiseres Krächzen kam über ihre Lippen. Sie konnte ihre Arme bewegen, doch sie fühlten sich an, als wären sie aus Blei.
Lisa biss die Zähne zusammen und zwang sich, sie zu bewegen. Sie trommelte mit beiden Händen, die sie zu Fäusten geballt hatte, gegen das Holz des Sargdeckels. Das Schaufeln wurde lauter.
Lisa nahm all ihre verbliebene Kraft zusammen und schlug nach dem Deckel, der unter ihrem Schlag nachgab. Das Holz zersplitterte und feuchte Erde rieselte in den Sarg. Panik stieg in Lisa auf. Wenn ihr Retter sicht nicht beeilte, würde sie qualvoll ersticken. Sie streckte ihre Hand durch das entstandene Loch.

Doch ihre Retter machten sich darüber keine Gedanken. Sie wussten ganz genau, dass Lisa jetzt keine Luft mehr nötig hatte. Sie war jetzt mehr als ein Mensch und brauchte den Luxus Sauerstoff nicht mehr. Nein, ihr Geschmack würde ausgefallener sein, würde sie erst mal wieder sie selbst sein und ihre Bestimmung akzeptieren. Einer der Mönche blickte zum Himmel. Der Regen hatte nachgelassen, aber noch immer fiel er auf den ohnehin schon völlig durchweichten Boden.
Dann schlugen die Schaufeln auf Holz. Sie waren bis zum Sarg vorgedrungen. Jetzt konnten die auch Lisas Bemühungen hören. Sie war bereits ausgewacht.
„Grabt schneller!“, rief einer der Mönche aus, als er das Splittern von Holz hörte. Die anderen Mönche legten die Schaufeln bei Seite. Das Risiko, dass sie Lisa verletzten, war einfach zu groß. Sie begannen, die restliche Erde mit den Händen abzutragen. Plötzlich schoss eine bleiche Hand durch das Erdreich und tastete suchend nach etwas, an der sie Halt finden konnte. Die Mönche arbeiteten noch schneller. Lisas zweite Hand schoss hervor. Das Holz des Sargdeckels schimmerte hervor.
Die Mönche machten sich nicht die Mühe, den Deckel zu öffnen. Sie rissen das weiche Holz einfach zur Seite und zogen die nach Luft ringende Lisa an den Armen nach oben. Man hievte sie aus der Grube, wo man sie erst mal ablegte.
Lisa holte keuchend Luft und versuchte, ihre trübe Sicht wieder zu schärfen, doch sie konnte nur Schatten ausmachen. Aber sie konnte die Blicke spüren, die auf sie gerichtet waren. Sie konnte das Blut rauschen hören und den Herzschlag jedes einzelnen um ihr herum. Die Mönche blickten sie voller Ehrfurcht an.
Lisa holte zitternd Luft. Es war ein Instinkt, der sie zum Überleben antrieb. Noch wusste sie nicht, dass sie längst keine Luft mehr benötigte. Langsam richtete sie sich auf. Ihre Arme zitterten und drohten jeden Moment unter ihr nachzugeben. Zwei der Mönche griffen nach ihr und halfen ihr auf. Schwer stützte sich Lisa auf sie, unfähig auch nur einen Schritt selbst zu machen.
„Bringen wir sie in den Tempel.“, sagte einer der Mönche. „Sie braucht jetzt viel Ruhe. Sie muss sich erst selbst finden.“
Lisa blickte den Sprecher fragend an. Sie verstand nicht, wie er das meinte. Sie musste sich doch nicht selbst finden. Sie war nur ein wenig schwach, aber dafür unendlich dankbar, dass sie nicht mehr im Grab lag. Doch als die Mönche sie wegführten, konnte sie nicht protestieren. Sie war schwach, auch wenn sie eine gewaltige Kraft in sich spürte. Das verwirrte sie. Was war mit ihr geschehen? Was war passiert? Sie konnte sich nur dunkel an die Geschehnisse erinnern, die vor dem Begräbnis stattgefunden hatten. Aber an seinen Biss konnte sie sich noch genau erinnert. Selbst jetzt pochte ein leichter Schmerz an der Stelle. „Daniel?“, flüsterte Lisa heißer. Doch die Mönche ignorierten ihren Einwurf und führten sie durch die Nacht davon.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Fr Jul 09, 2010 6:26 am 
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Dana fuhr schweißgebadet aus ihrem Traum hoch. Keuchend rang sie nach Luft. Wieder hatte sie geträumt, dass sie in einem Sarg lag. Sie hatte die Not spüren können. Das Gefühl, nicht atmen zu können. Und dann dieser Geruch. Sie hatte das Blut aller gerochen, die über ihr waren. Sie hatte einen unsagbaren Durst gespürt. Ihre Hände zitterten, als sie sich die Haare aus dem Gesicht strich.
Der Morgen dämmerte bereits und Dana bezweifelte, dass sie noch mal würde einschlafen können. Sie schlug die Decke zurück und versuchte, ihren Herzschlag zu beruhigen. Langsam stand sie auf und verschwand im Bad. Eine Dusche würde ihr sicher gut tun.
Doch als sie sich eine halbe Stunde später an eine Tasse Kaffee klammerte, fühlte sie sich immer noch nicht besser. Der Traum ließ sich einfach nicht verscheuchen. Seit sie aus dem Koma aufgewacht war, träumte sie ihn fast jede Nacht und langsam zehrte er an ihren Nerven. Anscheinend war mit ihr doch mehr passiert, als dass sie nur Draculas telekinetische Kräfte übernommen hatte.
Dana hatte in den letzten Tagen versucht, eine Lösung zu finden, doch ihre Suche war bis jetzt erfolglos gewesen. Sie nahm ihre Tasse und ging zurück ins Wohnzimmer. Dort schaltete sie ihren Computer ein und wählte sich dann ins Internet ein. Aus reiner Routine rief sie ihre Emails ab. Und eine der neuen fiel ihr sofort ins Auge. Sie war von einem Guru, der einen ziemlich guten Ruf hatte. Dana hatte ihm eine Mail geschickt, hatte aber nicht damit gerechnet, dass sie eine Antwort bekommen würde. Im ersten Moment war sie zu überrascht, um etwas zu machen. Doch dann öffnete sie die Mail.
„Mit großem Interesse und Erstaunen habe ich ihre Schilderungen gelesen. Ihr Fall ist einzigartig. Noch nie habe ich von etwas vergleichbarem gehört oder gelesen. Ich weiß nicht, ob ich ihnen helfen kann. Doch ich werde es versuchen. Kommen sie am Mittwoch zu folgender Adresse. Bringen sie ein paar Sachen mit und ich werde mir ein paar Tage Zeit nehmen. Dann sehen wir weiter! Ich werde versuchen, doch noch ein paar Informationen zu bekommen.“
Dana sank in ihrem Stuhl zurück und schloss für einen Moment die Augen. Es war nicht viel, doch diese Nachricht gab ihr Hoffnung, dass sie diesen Zustand beenden konnte. Die meisten Menschen hätten diese Kraft als Segen wahrgenommen, doch Dana empfand nur Angst. Sie hatte Angst davor, dass zu viel von Draculas Selbst noch in ihr war. Wer wusste schon, was alles passiert war, während er in ihrem Körper gewesen war. Vielleicht hatte sich schon zu viel verändert und sie würde irgendwann so wie er werden. Nachdenklich und hoffnungsvoll schloss sie die Mail wieder und schaltete dann ihren Computer aus. Sie zuckte erschrocken zusammen, als es klingelte. Ihre kinetischen Kräfte entluden sich und fegten ein paar Papiere von ihrem Schreibtisch.
Dana fluchte lautlos, während sie aufstand und die Blätter zu Boden flatterten. Schnell ging sie zur Tür und öffnete sie. Nick stand davor. „Hallo.“, sagte er und lächelte dabei etwas zögernd. „Hey.“, sagte Dana nur und trat zur Seite, damit er reinkommen konnte. Sie ging zurück ins Wohnzimmer, während er die Tür schloss und ihr dann folgte. „Wie geht’s dir?“, fragte er, während sie begann, die Papiere aufzuheben. Nick half ihr. „Geht so.“, sagte Dana und legte die Papiere wieder auf den Schreibtisch. Nick blickte sie sehr bestimmt an. Sie hätte gern die Augen verdreht. Langsam hatte sie das Gefühl, dass er all ihre Gedanken lesen konnte. „Na schön es geht mir überhaupt nicht gut. Die Alpträume werden immer schlimmer und die telekinetischen Kräfte werden auch immer stärker.“, sagte Dana dann ehrlich und setzte sich auf die Couch. „Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte.“, flüsterte sie fast und strich sich nervös die Haare aus dem Gesicht.
Nick setzte sich neben sie und griff nach ihrer Hand. Sanft drückte er sie. „Wir werden schon eine Lösung finden.“, sagte er und suchte ihren Blick. Und sie konnte nicht anders, als diesen Blick zu erwidern. Sie versank in seinen braunen Augen und wünschte sich nichts mehr, als dass sie ihm in diesem Moment Glauben schenken konnte. Doch ihre Angst war einfach zu groß. Er konnte es deutlich sehen. Ganz spontan nahm er sie in die Arme und sie entzog sich dieser Geste auch nicht. Im Moment war Nick der einzige, der ihr Trost spenden konnte.
„Und was ist, wenn man mir nicht helfen kann?“, fragte Dana leise und entzog sich sanft seiner Umarmung. „So was darfst du nicht sagen.“, sagte Nick energisch. „Wir werden schon irgendwas machen können.“ „Vielleicht.“, sagte Dana. „Ich fahr morgen zu einem Guru. Er wird versuchen, mir zu helfen. Er weiß nur nicht, ob es auch klappt.“ „Das ist ein Anfang.“, sagte Nick und begann leicht zu lächeln. „Und bis dahin.!“ Er kramte in seiner Jackentasche und zog eine Packung Tennisbälle hervor. Dana zog fragend und auch etwas amüsiert die Augenbrauen hoch. „So lange wir keine Lösung finden, dir diese Kräfte wieder abzunehmen, solltest du einfach lernen, damit umzugehen. Damit nichts Unvorhergesehenes passiert.“, erklärte Nick und öffnete die Packung. Er holte einen der Bälle hervor.
Dana blickte ihn skeptisch an. Sie hatte Angst davor, diese Kräfte einzusetzen. Vielleicht kam sie dann nicht mehr davon los. „Es lässt sich nicht kontrollieren.“, sagte Dana ausweichend. „Versuch es.“, sagte Nick ermutigend, aber auch sehr bestimmend. Dana blickte Nick zögernd an. Doch dann konzentrierte sie sich auf den Ball. Nick hatte Recht. Es war ein Anfang. Sekundenlang passierte nichts, doch dann schoss der Ball plötzlich nach oben, prallte von der Decke ab und fiel auf Nicks Kopf. „Oh entschuldige.“, sagte Dana. „Schon in Ordnung.“, sagte Nick und rieb sich die Stelle, auf die der Ball aufgeschlagen war. „Ich bin nur froh, dass ich mich nicht für rohe Eier entschieden habe.“ Wider willen musste Dana lachen. Nick lachte mit.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Mo Jul 12, 2010 8:26 am 
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Danas Blick fiel auf ihre Uhr auf dem Schreibtisch. „Oh, schon so spät. Ich muss los.“, sagte sie und stand auf. „Wohin?“, fragte Nick erstaunt und stand ebenfalls auf. „Ins College und ins Museum muss ich auch noch. Die ganze Arbeit an Draculas Sarg ist liegen geblieben.“, antwortete Dana. „Meinst du nicht, dass du dich noch ein bisschen schonen solltest?“, fragte Nick. Dana schüttelte den Kopf. „Nein. Es gehen mir zu viele Gedanken durch den Kopf. Beängstigende. Ich muss mich irgendwie ablenken, sonst dreh ich noch total durch.“, widersprach Dana. Nick blickte sie verständnisvoll an. „Soll ich dich fahren?“, bot er an. Dana schüttelte den Kopf. „Danke, das brauchst du nicht. Ihr habt doch in der Special Unit 2 sicher viel zu tun.“ Nick wollte gerade protestieren, als sein Handy klingelte. Resigniert erkannte er die Nummer des Reviers auf dem Display. Er nahm ab und meldete sich: „O’Malley!“

Kapitel II

Als Dana wieder nach Hause kam, war es bereits dunkel. Sie war müde und wollte nur noch ins Bett. Aber sie fürchtete sich auch davor, dass sie wieder träumen würde. Zu schrecklich waren die Bilder, die sie in letzter Zeit sah. Und zudem war sie auch verwirrt, was Nick anging. Er wollte sie noch immer. Das konnte sie jedes Mal in seinen Augen sehen. Dennoch hielt er sicht krampfhaft zurück. Er wollte einfach nur für sie da sein und ihr helfen. Dana fragte sich, warum sie sich ausgerechnet ihn anvertraut hatte, was diese geheimnisvollen Kräfte betraf, die sie seit Draculas Tot hatte. Doch die Antwort darauf war erschreckend einfach. Weil sie sonst niemanden mehr hatte. Und sie hatte ihn aufgegeben, um ihn nicht zu gefährden, nach wie vor hatte sie Angst davor, dass etwas aus ihrer dunklen Vergangenheit zurückkommen würde, um ihn ihr auch noch zu nehmen.
Krampfhaft versuchte Dana wach zu bleiben, als sie im Bett lag. Doch die Müdigkeit war stärker und übermannte sie schließlich.
Der Übergang vom Dämmerzustand zum tiefen Schlag war nahtlos und riss Dana sofort in eine Traumwelt.
Dana stand in einem Flur. Düster und still lag er vor ihr. Sie konnte deutlich spüren, dass hier etwas nicht stimmte. Diese Leere und Stille wirkte so falsch, dass es Dana unwillkürlich eiskalt über den Rücken lief. Entfernt kam ihr der Gang bekannt vor, doch die Erinnerung daran war so flüchtig, dass sie sie nicht greifen konnte. Zögernd ging sie den Gang entlang. Trotz der Dunkelheit konnte sie sehen, dass er anscheinend ins Unendliche zu führen schien. Es wirkte falsch und beängstigend. Sie hatte das Bedürfnis, nach jemanden zu rufen, doch sie brachte kein Wort heraus. Sie schien sich in einem totalen Vakuum zu befinden.
Plötzlich erklang ein Lachen. Eiskalt und voller Mordlust. Dann erklangen andere Geräusche. Leise und gedämpfte Schreie, die Dana fast das Herz brachen. Sie spürte den Drang, all dieses Leid zu lindern. Es fühlte sich so an, als würde es sie selbst betreffen. Doch über all dem Leid hing der Hauch des Bösen, der sie noch mehr erschütterte, als das Leid dieser Stimmen. Er kam ihr bekannt vor. Dunkel erinnerte sie sich an dieses Gefühl, das sie im Krankenhaus gehabt hatte, als sie den Seelenfänger getötet hatte.
Dana blickte sich irritiert um. Jetzt erkannte sie den Gang der Intensivstation, auf der sie auch selbst gelegen hatte. Doch selbst während ihrer außerkörperlichen Erfahrung hatte der Gang nicht so düster gewirkt. Zögernd begann sie, den Gang entlang zu gehen. Unheimlich hallten die Schreie und das Lachen von den Wänden wider. Weiter vorn im Gang blitzte etwas auf. Dana schloss für einen Moment geblendet die Augen. Als sie wieder hinsah, erblickte sie eine leuchtende, zusammengekauerte Gestalt. Alle Geräusche verstummten. Bis auf ein leises Schluchzen, das wie das eines Kindes klang.
Dana blieb zögernd stehe, unsicher, was sie nun tun sollte. „Hey.“, rief sie sanft. Das Weinen erstarb und das Kind hob seinen Kopf. Geistertränen schimmerten auf seinen Wangen und sein Blick war fast panisch, als es Dana erblickte.
Dana ging langsam weiter und hielt dabei ihre Hände so, dass das Kind sie sehen konnte. Es war ein kleines Mädchen. „Hab keine Angst. Ich tu dir nichts.“, sagte Dana sanft und hockte sich neben dem Mädchen hin, das ängstlich vor ihr zurück wich. „Gehörst du zu ihm?“, fragte es mit zitternder Stimme. „Zu wem?“, fragte Dana. „Zu dem bösen Mann.“, antwortete das Mädchen. Dana blickte sich alarmiert um. „Was will er von dir?“, fragte Dana, obwohl in ihrem Kopf bereits eine böse Vorahnung summte.
„Er will mich töten.“, sagte das kleine Mädchen. Obwohl sie es geahnt hatte, war Dana geschockt. Wer konnte schon so grausam sein, dass er ein kleines Mädchen töten wollte. „Nein, ich gehör nicht zu ihm.“, sagte Dana, nachdem sie sich einiger Maßen von dem Schock erholt hatte. „Und ich werde nicht zulassen, dass er dir was antut!“, fuhr sie eindringlich fort. „Du kannst nichts gegen ihn ausrichten.“, sagte das Mädchen resigniert. Es klang so entgültig, als hätte sie sich bereits damit abgefunden, dass sie sterben würde. „Ich kann es aber versuchen!“

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Di Jul 13, 2010 8:02 am 
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Dana betrachtete das Mädchen genauer. Die Dunkelheit könnte täuschen, doch es sah fast so aus, als wäre das Mädchen durchsichtig. ‚Sie ist schon tot.’, dachte Dana, nachdem sie begriffen hatte. Ihr kam ihr Erlebnis im Krankenhaus wieder in den Sinn. Vor ihrem geistigen Auge konnte sie den Seelenfänger sehen, wie er auch damals die Seele eines Kindes angegriffen hatte. Sie hatte ihn vernichten können, doch konnte sie das auch an diesem unwirklichen Ort? War sie überhaupt hier? Träumte sie oder hatte sie wieder ihren Körper verlassen. „Es ist wohl besser, wenn wir von hier verschwinden.“, sagte Dana und stand wieder auf. Sie reichte dem Kind die Hand. Das Mädchen blickte misstrauisch und hoffnungsvoll zugleich auf die dargebotene Hand. Zögernd legte es ihre Hand in die von Dana, die ihr aufmunternd zulächelte. Das kleine Mädchen stand auf und klammerte sich schmerzhaft an Danas Hand.
„Na dann suchen wir einen Weg hier raus.“, sagte Dana lächelnd und ging dann mit dem Mädchen den Flur entlang, der nach wie vor unendlich schien. Dana blickte sich um, doch der Gang hatte sich verändert. Er wirkte jetzt nicht mehr wie der Krankenhausgang, sondern eher so, als würden sie sich in einem Verließ befinden. Sie konnte die Panik des Mädchens deutlich spüren. Und auch in ihr stieg Angst hoch. Die Luft schien schwerer zu werden und Dana hatte Mühe zu atmen. Neben ihr japste das kleine Mädchen. Das unheimliche grausame Lachen erklang wieder und eine eisige Kälte fuhr durch den jetzt höhlenartigen Gang. „Er kommt!“, weinte das kleine Mädchen und drängte sich näher an Dana, die erschrocken stehen blieb. Weiter vor ihm Flur war ein Schatten. Ein undurchdringliches schwarzes Loch, das alles Licht und Leben zu verschlucken schien. Dana zog das kleine Mädchen hinter sich, um es vor dem namenlosen Schrecken abzuschirmen. Das Lachen wurde lauter und schmerzte in den Ohren. Das kleine Mädchen wimmerte. Dana drückte ihre Hand, doch die Panik des kleinen Mädchen stieg.
Das Schwarze Loch nahm langsam Gestalt an. Leicht gebeugt stand ihnen ein schauriges Wesen gegenüber. Dana schluckte. Wie im Krankenhaus hatte sie hier einen Seelenfänger vor sich. Würde sie auch dieses Mal gegen ihn ankommen? Dana wich zusammen mit dem Mädchen einen Schritt zurück. „Du kannst sie nicht schützen!“, sagte der Dämon mit einer Stimme, die wie Trockeneis über den Rücken glitt. Dana begann zu zittern. Ihre Angst stieg. Langsam schritt der Dämon auf sie zu. Sie musste handeln. „Lauf so schnell du kannst.“, flüsterte sie dem Mädchen zu. „Nein.“, wimmerte es und klammerte sich noch fester an Dana. „Du musst!“, sagte Dana eindringlich und stieß das Mädchen leicht in die Richtung, aus der sie gekommen waren. „Los!“, rief Dana. Das Mädchen blickte erst sie und dann den Seelenfänger an. Dann er griff es die Flucht und hetzte den Gang entlang. Dana blickte ihr kurz nach, bevor sie sich dem Dämon zuwandte, den das ganze nichts auszumachen schien. Er war sich seines Sieges sicher.
Dana versuchte, ihre neuen Kräfte anzuzapfen, doch irgendwas blockierte sie. Der Seelenfänger hatte sie fast erreicht. Dana blickte sich im Gang um, ob irgendwo etwas lag, dass sie als Waffe benutzen konnte, doch sie wurde nicht fündig.
Dann hatte der Dämon sie erreicht. Er griff nach ihr, doch Dana wich ihm aus und schubste ihn zur Seite. Sie blickte sich um. Das Mädchen war immer noch in Sichtweite. Es schien nicht von der Stelle zu kommen. Der Dämon begann wie irre zu lachen. Er schien sich darüber köstlich zu amüsieren. „Ich hab doch gesagt, dass du sie nicht beschützen kannst. Meinen Hunger kann niemand aufhalten.“, lachte der Dämon heiser und rappelte sich auf. Er griff Dana wieder an, doch diesmal war der Seelenfänger schneller. Er schlug ihr hart ins Gesicht. Dana ging zu Boden und blieb benommen liegen. Der Dämon entfernte sich von ihr. „Nein!“, protestierte Dana, doch sie fühlte sich mit einem Mal so furchtbar schwach, dass es sie schon Mühe kostete, den Kopf zu heben.
Der Seelenfänger schritt gemächlich auf das Mädchen zu, das ihm über die Schulter hinweg panische Blicke zuwarf. Der Dämon grinste nur vor lauter Vorfreude. Dann hatte er das Kind erreicht. Dana riss sich aus ihrer plötzlichen Schwäche und wollte sich aufrappeln, doch ein eisiger Windstoß schoss durch den Gang und schleuderte sie gegen die nächste Wand. Ein grauenvolles Getöse erklang. Das Mädchen kreischte voller Panik auf, als der Seelenfänger sie packte. Es wandte sich, doch aus dem Griff des Dämons gab es kein Entkommen. Dana wollte sich aufrichten, doch der eisige Wind drückte sie zu Boden. „Nein!“, schrie Dana und versuchte erneut, ihre telekinetischen Kräfte einzusetzen. Etwas in ihr schrie, dass das ganze nur ein Traum war, doch sie wollte dieses kleine Mädchen um jeden Preis retten. Sie kämpfte gegen den mittlerweile stürmischen Wind an, während sich der Mund des Dämons rundlich verformte. Und dann schrumpfte die Seele des Kindes. Seine Essenz wurde vollständig von dem Dämon aufgesaugt, der daraufhin in einem dunklen Licht erstrahlte.
Dann war es vorbei. Die Seele des Kindes war verschwunden und eine gespenstische Stille senkte sich über den Gang. Der Seelenfänger grinste Dana amüsiert an. „Und du bist die nächste.“, lächelte er breit.
Dana fuhr schweiß gebadet in ihrem Bett hoch. Hektisch holte sie Luft und versuchte, sich zu beruhigen. Der Traum hatte sie sehr aufgewühlt. Sie stützte ihren Kopf mit beiden Händen ab und atmete tief durch. Ihr war sehr danach zu weinen und sie wünschte sich, dass Nick jetzt bei ihr wäre. Sie blickte zu ihrem Handy. Sollte sie ihn einfach anrufen? Doch dann schüttelte sie den Kopf. Sie war schließlich kein kleines Kind mehr, dass sich vor Alpträumen fürchtete. Aber ein Gefühl tief in ihr drin sagte ihr, dass es mehr als nur ein Traum gewesen war. Noch stärker als sonst hatte sie das Gefühl, dass sie nicht mehr sie selbst war. Stumm betete sie, dass der Guru ihr helfen konnte. Sie wollte wieder ein normales Leben führen. So normal, wie es bei ihr sein konnte, denn ihres war schon immer anders gewesen. Doch seit sie erfahren hatte, was Nick wirklich machte, war alles schlimmer geworden. Sie gab Nick nicht die Schuld daran. Er hatte ja nicht gewollt, dass sie irgendwas von seinen wahren Aktivitäten erfuhr. Sie war sozusagen voll reingeschlittert und jetzt musste sie wohl oder übel mit den Konsequenzen leben.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Mi Jul 14, 2010 8:02 am 
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Der Morgen war trübe, als Dana losfuhr, um den Guru zu besuchen. Es war nicht besonders viel Verkehr und so ließ sie Chicago schnell hinter sich. Während sie durch die malerische Landschaft fuhr, grübelte sie über den Traum von letzter Nacht nach. Sie konnte ganz deutlich spüren, dass mehr dahinter steckte. Irgendwas schien passiert zu sein oder würde in Kürze passiert.
Dana umklammerte das Lenkrad so fest, dass ihre Knöchel weiß hervor traten. Sie war unruhig und angespannt. Aber das lag nicht nur an den Traum. Es lag auch an dem, was nun vor ihr lag. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, dann musste sie zugeben, dass sie Angst hatte. Angst davor, dass ihr der Guru nicht helfen konnte und so ihre Befürchtungen bestätigte. Würde sie zu etwas werden, das der Existenz eines Vampirs nahe kam? Würde sie ein so grausames Monster wie Dracula werden? Dana schluckte hart und versuchte, die beängstigenden Gedanken bei Seite zu schieben.
Nach einer weiteren halben Stunde hatte sie das Anwesen des Gurus erreicht. Dana hielt auf einer Kies bestreuten Einfahrt und betrachtete das idyllische Landhaus, das sich zwischen großen Bäumen erhob. Auf der großen Terrasse vor dem Haus standen Kästen und Blumen in einem satten rot. Der schöne Anblick wurde vom Zwitschern der Vögel untermalt. Dana wäre gern noch ein Weilchen stehen geblieben, doch da trat bereits ein älterer Mann aus dem Haus und blickte zu ihr rüber. Selbst aus der Entfernung konnte sie unnatürlich blaue Farbe seiner Augen sehen. Glasklar und hell. Er schien ihr direkt in die Seele zu blicken. Dana durchlief ein wohliger Schauer. Sein Blick hatte etwas Beruhigendes an sich und ihre wenige Hoffnung stieg wieder.
Dana atmete tief durch und stieg dann aus. Der Guru kam auf sie zu. Statt eines Grußes verneigte er sich nur leicht und deutete ihr mit einer kleinen Handbewegung, dass sie ihm folgen sollte.
Dana schloss den Wagen ab und folgte dem Guru ins Haus. Erst jetzt viel ihr auf, dass sie nur sein Pseudonym aus dem Internet kannte. Mehr war nicht über ihn bekannt, nur dass er bei vielen schweren mystischen Sachen helfen konnte. Doch würde er auch ihr helfen können?
Der Guru führte sie durch einen luftigen Vorraum in den hinteren Teil des Hauses. Dort gab es eine weitere Terrasse, doppelt so groß, wie die vor dem Haus. Auch hier grünte und Blüte es in allen Winkeln und Dana fragte sich am Rande, ob sie nicht eher einen Gärtner vor sich hatte, statt eines Wunderheilers.
„Setzen sie sich.“, sagte der Guru und deutete auf eine kleine Sitzecke aus Korbmöbeln. Dana ließ sich zögernd nieder. Sie verspürte keine Angst vor dem Mann, allerdings fragte sie sich, ob sie ihm trauen konnte. Langsam ließ der Guru sich Dana gegenüber auf einen Stuhl nieder. „Ich denke, ich sollte mich erst mal vorstellen.“, meinte der Mann. „Ich bin Matt McGowan. Nennen sie mich Matt. Das klingt nicht so förmlich.“ „Dana Anderson.“, sagte Dana, die sich ja auch nur mit einem Pseudonym beim Guru gemeldet hatte. „Ich hab sie mir älter vorgestellt.“, begann Matt, während er Dana von oben bis unten musterte.
Dana blickte ihn fragend an. „Ich habe manchmal gewisse Vorahnungen. Und ich bin ehrlich. Ich habe eine heraufbeschwört wegen Ihnen. Und ich sah ein Kind... in einem langen dunklen Gang, der einer Höhle glich.“
‚Ich hab doch gesagt, dass du sie nicht beschützen kannst. Meinen Hunger kann niemand aufhalten!’, hallte es in Danas Kopf wider und für einen Moment war sie wieder in dem Gang bei dem Kind und der Seelenfänger kam immer näher.
Dana zuckte zusammen. Wie in der Nacht wirkten die Bilder ungewöhnlich real und erfüllten ihr Herz mit Angst. „Sie haben ein Kind gesehen?“, fragte Dana mit trockenem Mund. Matt nickte. „Und auch den Dämon, der sie immer noch verfolgt. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das ein Vampir sein soll.“, fügte er hinzu. „Dass war er auch nicht.“, sagte Dana abrupt und stand auf. Sie wandte Matt den Rücken zu. „Was sie da beschrieben haben, habe ich letzte Nacht geträumt. Von einem Seelenfänger, der die Seele eines Kindes heimsucht und dass ich nichts dagegen tun kann.“, sagte sie leise, doch Matt hatte es trotzdem gehört. „Sie besitzen die Gabe der Voraussicht?“, stellte Matt fragend fest. „Aber ich will das nicht. Ich will nichts von den Kräften, die Dracula in mir zurück gelassen hat.“, rief Dana und fuhr wütend herum. Einer der Korbstühle wurde über die Terrasse geschleudert.
Dana ließ sich fast verzweifelt auf ihren Stuhl zurück fallen, während Matt immer noch den Stuhl anstarrte. Mit so einer Kraft hatte er nicht gerechnet. „Beeindruckend.“, sagte er. „Ich will das loswerden.“, sagte Dana nur. „Wieso?“, wollte Matt wissen. „Wieso?“, fragte Dana verständnislos und leicht wütend zurück. „Weil ich immer mehr das Gefühl habe, zu etwas anderem zu werden. Ich hab einfach Angst, dass ich am Ende wie er bin.“ „Wie wer?“, fragte Matt ruhig, obwohl er die Antwort schon kannte. „Dracula.“, sagte Dana leise und mit einem ängstlichen Unterton in der Stimme. „Das ist nur möglich, wenn er noch in ihnen wäre oder einen Teil seiner Persönlichkeit zurückgelassen hat.“, sagte Matt bestimmt. „Was macht sie so sicher?“, fragte Dana müde. „Ich habe meine Erfahrungen mit Vampiren. In den schlimmsten Fällen, wo ein Vampir seinen Wirt verlassen hat, ohne ihn zu töten, sind die Opfer verrückt geworden. Manche haben auch unerklärliche Krankheiten bekommen und sind daran gestorben.“, begann Matt. „Entzückende Aussichten.“, bemerkte Dana. „Die Fälle lassen sich nicht mit ihrem vergleichen.“, sagte Matt und schüttelte dabei leicht den Kopf. „Was haben sie schon gegen diese Kräfte unternommen?“, fragte Matt. „Eigentlich so gut wie gar nichts.“, antwortete Dana. „Ich habe versucht ein Heilmittel oder der gleichen zu finden. Doch ich bin nicht fündig geworden. Das einzige was mir im Moment bleibt, ist, dass ich sie beherrsche, damit sie keinen Schaden anrichten.“ „Ihr Freund hilft ihnen dabei.“, sagte Matt nickend. „Er ist nicht mein Freund.“, sagte Dana und fragte sich, woher der Guru von Nick wusste. „Nicht mehr und noch nicht.“, sagte Matt und lächelte dabei geheimnisvoll. Dana blickte ihn forschend an. Wie viel wusste er tatsächlich?

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Mi Jul 14, 2010 8:20 am 
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„Ich habe auch ein bisschen geforscht.“, fuhr Matt fort, als hätte er diese Bemerkungen nie gemacht. Dana blickte ihn erwartungsvoll an. „Glauben sie an die Vorhersehung?“, fragte Matt unpassend. „Ja, etwas schon.“, antwortete Dana irritiert. „Und wieso nicht ganz?“, fragte Matt sanft. „Weil es mir nicht gefällt, mein Schicksal nicht in der Hand zu haben.“, sagte Dana. Matt nickte leicht. „Was haben sie herausgefunden?“, fragte Dana, die seinen Gesichtsausdruck nicht zu deuten wusste.
„A Undlav, is cunn is ungol din argad envinya.“, sagte Matt nur. Dana übersetzte ohne nachzudenken. Wie von selbst kamen die Worte über ihre Lippen. „Und wenn hinabsteigt, der Fürst der Finsternis, wird eine erwählt, seinen Platz einzunehmen.“ Matt schien beeindruckt. „Nicht viele Menschen beherrschen diese namenlose Sprache noch.“
Dana stand abrupt auf. „Heißt dass, dass ich wirklich zu einem vampirähnlichen Wesen werde?“, fragte sie aufgebracht. „Beruhigen sie sich. Das hat nichts zu bedeuten.“, versuchte Matt sie beruhigen. Er stand auf und packte Dana bei den Schultern. Die restlichen Korbmöbel wurden durch Danas Angstausbruch von der Terrasse gefegt. „Sie müssen sich beherrschen.“, sagte Matt eindringlich. „Beherrschen sie sich!“
„Sie knallen wir so was an den Kopf und erwarten, dass ich mich beherrsche?“, fragte Dana fassungslos. Vor ihrem geistigen Auge flammten kurz die Bilder aus, wie sie dem Guru in den Hals biss. Erschrocken riss sie sich von im los und wich vor ihm zurück. „Diese Worte haben nichts zu bedeuten. Es ist ein Fragment aus einer Prophezeiung, auf die ich gestoßen bin. Sie soll den Kampf zwischen Licht und Dunkelheit erzählen.“, versuchte Matt zu erklären. Danas Kehle brannte. Ein unsagbarer Durst überfiel sie. Sie glaubte das Blut des Gurus rauschen zu hören. Das Donnern seines Herzschlages. Sie hatte das Gefühl, Blut in ihrem Mund zu schmecken.
„Nein!“, rief Dana entsetzt. Sie wirbelte herum und rannte ins Haus. Schnell eilte sie von einem Zimmer zum anderen, bis sie endlich die Haustür aufriss und zu ihrem Wagen lief. Die Tür ließ sie unbeachtet offen. Sie sprang hinters Steuer. In ihrer Aufregung würgte sie den Motor beim ersten Starten ab.
Matt erschien im Türrahmen und rief ihr etwas zu, doch Dana hörte nur sein Blut rauschen. Endlich gelang es ihr, den Wagen zu starten. Mit einem halsbrecherischen Tempo raste sie die Auffahrt hinunter auf die Straße. Matt blickte ihr hinterher. Irgendwas hatte ihr Angst gemacht. Aber es war nicht allein seine Worte gewesen. Da war noch etwas anderes in ihren Augen gewesen. Ein hungriges Glitzern, als würde sie plötzlich jemand völlig anderes sein.

Kapitel III

Chiraju – Mongolei, China

Lisa spürte einen scharfen Schmerz, als sie die Augen aufschlug. Das Licht der Gaslampen um sie herum war im ersten Moment zu hell. Stöhnend schloss sie die Augen wieder und wandte ihren Kopf zur Seite. Der Schmerz ließ nach. Doch auf einmal hatte sie das Gefühl, als ob ihre Augenlider eine Tonne wiegen würden.
Lisa versuchte erneut, ihre Augen zu öffnen. Diesmal war das Licht nicht mehr ganz so grell. Sie blinzelte ein bisschen und erkannte verschwommen eine dunkle Holztäfelung über sich. Sie versuchte, sich an etwas zu erinnern, doch ihre Gedanken waren plötzlich wie leer gefegt. Da war etwas schreckliches, was sie nicht greifen konnte. Und dann dieser Durst. In ihrer Kehle brannte es, als hätte sie seit Tagen nichts mehr getrunken. Und dann war da noch was. Ein Gesicht. Augen, die sich schwarz färbten und Zähne, die sich tief in ihren Hals bohrten. Erschrocken fuhr Lisa hoch und schrie: „Daniel!“
Hände griffen nach ihr und drückten sie auf das Bett zurück, auf dem sie lag. „Ganz ruhig.“, sagte eine dunkle Stimme. „Du musst ganz ruhig bleiben.“ Lisa versuchte sich aufzubäumen, aber der Mann, der zu ihr gesprochen hatte, war zu stark. Bestimmt drückte er sie in die Kissen zurück. „Du bist noch zu schwach, um aufzustehen.“ „Wo ist Daniel?“, fragte Lisa heiser. Ihr Hals war wie ausgedörrt. „Ich habe hier etwas, was dich stärken wird.“, sagte der Mann, ihre Frage überhörend.
Lisa versuchte den Mann zu erkennen, doch sie konnte noch immer nicht klar sehen. Hinzu kam, dass der Mann eine Kutte trug und sich die Kapuze tief ins Gesicht gezogen hatte. Er hielt Lisa mit einem Arm mühelos fest, während er nach einem Becher griff, der auf einem kleinen Beistelltischchen stand. Ein seltsamer Geruch erfüllte Lisas Geruchsinn, als er ihr den Kopf stützte und den Becher an ihren Mund füllte. Instinktiv wollte Lisa den Kopf wegdrehen, doch der Mann zwang sie zu trinken. Die heiße Flüssigkeit strömte in sie hinein. Es schmeckte wie Metall. Lisa würgte, doch der Mann ließ nicht zu, dass er die Flüssigkeit ausspuckte. Er hielt ihr die Nase zu und so blieb Lisa keine andere Möglichkeit, als zu schlucken. Augenblicklich beruhigte sich ihr Hals. Matt sank sie zurück und der Mann legte sie wieder in die Kissen. „Es wird dich stärken.“, wiederholte der Mann und ließ den Becher in greifbarer Nähe stehen, so als ob Lisa bald freiwillig trinken würde. Er stand auf und verließ den kleinen Raum. Ein Klacken war zu hören, als er die Tür hinter sich abschloss.
Lisa versuchte die Nebel zu vertreiben, die sie immer noch umgaben. Langsam richtete sie sich auf und versuchte, etwas mehr zu erkennen. Der Raum, in dem sie sich befand war nicht besonders groß, aber luxuriös eingerichtet. Die Wände und die Decke waren dunkel getäfelt und der Fußboden mit einem dicken Teppich belegt. Zögernd stand Lisa auf. Sie war sich nicht sicher, ob ihre Beine funktionierten. Sie stützte sich auf den Tisch und stand langsam auf. ihre Beine waren etwas wackelig, aber sie blieben stehen.
Lisa stolperte zu dem einzigen kleinen Fenster. Mit zitternden Fingern öffnete sie es. Tief atmete sie die frische heiße Luft ein, die ihr entgegen schlug. Augenblicklich fühlte die sich besser und wacher. Der Duft des heißen Gebräues stieg ihr in die Nase und wirkte auf einmal nicht mehr so merkwürdig. Sie griff danach und nahm einen großen Schluck. Dann trank sie den Rest, als würde ihre Leben davon abhängen. Es hatte begonnen.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Do Jul 15, 2010 8:35 am 
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Danas Hände zitterten, als sie die Tür zum Labor von Professor Gregory aufschließen wollte. Oder besser gesagt, die Tür zu ihrem Büro. Das Museum hatte es ihr zur Verfügung gestellt, damit sie die Arbeit des Professors fortsetzen konnte. Ihre Gedanken schlugen Purzelbäume. Was war das beim Guru gewesen? Was war mit ihr los? Sie hatte doch nicht wirklich den Guru angreifen wollen?
Als Dana endlich den Schlüssel in das Schloss bekam, stellte sie fest, dass die Tür nicht abgeschlossen war. Ihr Herz schlug plötzlich schneller und eine böse Vorahnung beschlich sie. Langsam öffnete sie die Tür. Das Licht war an und im ersten Moment sah es so aus, als würde alles in Ordnung sein. Dann sah Dana das Rot. Eine riesige rote Pfütze lag auf den Boden. Dana hielt erschrocken inne. Alle ihre Alpträume kamen zurück und lähmten sie.
Ein leises Stöhnen riss sie wieder in die Wirklichkeit zurück. Dana stieß die Tür weiter auf und hastete in das Labor. Richy, einer der Assistenten, lag auf den Boden. Er hatte einen üblen Schnitt am Arm. Anscheinend hatte er sich an einen der Laborgräte geschnitten. „Richy!“, rief Dana und ließ sich neben ihm auf den Boden fallen. Er war noch bei Bewusstsein, doch seine Augen wirkten schon so glasig. „Mein Gott.“, sagte Dana. Der Anblick des vielen Blutes drehte ihr den Magen um. Schnell griff sie nach einem Kittel, der auf den Boden lag und drückte ihn auf die Wunde. Mit der anderen Hand kramte sie in ihrer Handtasche und holte ihr Handy raus. Schnell wählte sie den Notruf. „Hallo. Ich will einen Laborunfall melden. Einer unserer Assistenten hat sich geschnitten und sehr viel Blut verloren. Kommen sie ins Museum für Geschichte in der Nähe des Collage.“, rief Dana durch, als sie endlich wenn dran hatte. „Versuchen sie die Blutung zu stoppen: Wir sind so schnell wie möglich da.“, sagte ihr eine junge Frau und legte auf.
Dana warf ihr Handy zurück in die Tasche und presste dann beide Hände auf die Wunde. Richy verlor das Bewusstsein. Der Kittel hatte sich bereits mit reichlich Blut vollgesogen. Dana hoffte, dass der Krankenwagen nicht zu spät kommen würde.

Nick saß auf seinen Schreibtisch und blätterte in einer Akte, als Kate verschlafen im Revier eintraf. „Morgen.“, sagte Kate und hielt mühsam ein Gähnen zurück. „Ist wohl gestern spät geworden.“, bemerkte Nick lächelnd. „Ja, aber es war ein toller Abend.“, sagte Kate lächelnd und ließ sich an ihren Platz nieder. „Was habt ihr gemacht?“, fragte Nick und legte die Akte bei Seite. „Seit wann fragst du denn so was?“, fragte Kate verwundert. „Ich bin neugierig.“, sagte Nick. „Wir waren essen. Und mehr werde ich dir auch nicht verraten.“, sagte Kate entschieden. Nick musste lachen und ließ sich Kate gegenüber auf einen Stuhl fallen. „Dir scheint es besser zu gehen.“, bemerkte Kate. „Geht so.“, sagte Nick. „Läuft es wieder zwischen dir und Dana?“, fragte Kate sanft. „So würde ich das nicht nennen. Ich meine wir reden wieder miteinander. Doch ich denke, dass wir beide noch Zeit brauchen.“, sagte Nick leise. Kate nickte verständnisvoll. „Das wird schon wieder.“, sagte sie dann. „Ich nehme dich beim Wort.“, sagte Nick. Kate lächelte. „Benson, O’Malley!“ Die beiden blickten auf. Captain Page winkte sie zu sich ins Büro. Die beiden nickten kurz und standen auf, während der Captain schon wieder in seinem Büro verschwand.
Kate schloss die Tür hinter sich und Nick und setzte sich mit ihrem Partner dem Captain gegenüber, der hinter seinem Schreibtisch stand. „Was gibt es Sir?“, fragte Nick. „Ich weiß es nicht. Vermutlich gar nichts. Das zu beurteilen muss ich ihnen überlassen.“, sagte Captain Page, während er sich setzte. „Was meinen sie damit?“, fragte Kate beunruhigt. „In den letzten Tagen ist im Chicago General Hospital die Anzahl der Toten drastisch gestiegen. Keine äußerlichen Verletzungen und völlig gesunde Leute. Trotzdem scheinen sie alle an Herzversagen gestorben zu sein.“, antwortete der Captain. „Sie meinen, es könnte ein Link dahinter stecken?“, fragte Kate weiter. „Die Vermutung liegt nahe.“, sagte der Captain. „Hat Jonathan denn eine Ahnung, was für ein Link das sein könnte?“, fragte Nick dazwischen. „Nein. Nicht mal eine Vermutung. Darum ist es wohl besser, wenn sie mit ihm ins Krankenhaus gehen und sich den letzten Todesfall ansehen. Eine junge Krankenschwester. Sarah Miller war ihr Name.“, sagte Captain Page und reichte eine Mappe über den Tisch. „Hier sind ein paar Unterlagen, damit sich niemand querlegt.“ Kate griff danach. „Wo ist Jonathan?“, fragte Nick. „Soweit ich weiß im Labor. Ich würde es begrüßen, wenn sie diese Sache so schnell wie möglich regeln würden.“, antwortete Page. „Geht klar Sir.“, sagte Nick und stand zusammen mit Kate auf. Sie verließen den Raum und machten sich auf die Suche nach Jonathan.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: So Jul 18, 2010 11:27 am 
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Das Krankenhaus wirkte auf Nick immer noch bedrückend. Er dachte an die Tage, die er hier an Danas Seite verbracht hatte. Kate betrachtete Nick von der Seite. Sie wusste, dass er Krankenhäuser nicht besonders mochte. Jonathan lief hinter ihnen.
„Die Leichenhalle ist dort drüben.“, sagte Kate und wies in die entsprechende Richtung. „Seit zwei Tagen liegt sie schon da.“, sagte Kate, als sie einen kurzen Blick in die Unterlagen warf. „Wieso sind wir dann erst so spät damit beauftragt worden?“, fragte Nick. „Weil die einzelnen Fälle eigentlich nicht ungewöhnlich sind. Es gibt viele Menschen, die jung an Herzversagen sterben. Doch dass es so gehäuft auftaucht und dann nur hier im Krankenhaus und Umgebung ist das, was wir so merkwürdig finden.“, sagte Jonathan hinter ihnen. Nick blieb plötzlich stehen. „Hey.“", beschwerte sich Jonathan, der fast in Nick reingelaufen war. „Was ist?“, fragte Kate und blickte den Flur hinunter. Dort vor der Gang zur Leichenhalle abzweigte, lief Dana auf und ab. Nick setzte sich wieder in Bewegung.
„Dana.“, sagte Nick erstaunt, als er sie zusammen mit Kate und Jonathan erreicht hatte. „Hey.“, sagte Dana müde. Ihre Haare waren durcheinander und ihre Sachen hatten Flecken. Blutflecken. „Was ist passiert?“, fragte Nick. Dana blickte an sich herunter. „Einer der Assistenten im Museum hat sich schwer verletzt. Ich hab ihn vor einer halben Stunde gefunden. Er ist noch in der Notaufnahme und die Ärzte können mir nichts sagen.“, antwortete Dana. „Ist es denn so schlimm?“, fragte Kate. „Er hat sehr viel Blut verloren.“, antwortete Dana.
Kate und Nick blickten sie alarmiert an. „Nein es waren keine Vampire.“, sagte Dana leise. „Er hat einen Schnitt am Arm und der hat die Pulsader getroffen.“ Die beiden Polizisten sahen erleichtert aus. „Miss Anderson?“ Eine Schwester trat zu ihnen und blickte sie fragend an. „Ja?“, fragte Dana und rechnete mit dem Schlimmsten. „Mr. Jackson geht es soweit gut. Wir konnten seinen Zustand stabilisieren.“, sagte die Schwester. „Gott sei dank.“ Dana fiel ein riesiger Stein von Herzen. „Es gibt nur noch ein paar Formulare, die ausgefüllt werden müssten. Hat er Verwandte in der Stadt?“, fuhr die Schwester fort. „Ja, ich glaub seine Mutter wohnt hier.“, antwortete Dana. „Haben sie eine Telefonnummer oder wissen sie, wo sie wohnt?“, fragte die Schwester routinemäßig weiter. „Nein, keine Ahnung.“, sagte Dana. „Na dann müssen wir wohl selber forschen.“ Die Krankenschwester klang alles andere als begeistert und wollte schon gehen. „Kann ich zu ihm?“, fragte Dana. „Er liegt auf der Intensiv. Dort haben nur Familienmitglieder Zutritt.“, sagte die Schwester nur und ließ Dana einfach stehen.
„Nette Person.“, bemerkte Kate. Dana blickte der Schwester hinterher. Sie fühlte sich auf einmal so merkwürdig und befürchtete schon, dass das gleiche passieren würde, wie beim Guru. Doch es war etwas anderes.
„Ich fürchte wir müssen endlich das machen, wofür wir her gekommen sind.“, fügte Kate dann leicht entschuldigend hinzu. „Linkalarm.“, sagte Dana abwesend. Sie fühlte sich, als ob sie beobachtet wurde. „Aber du könntest uns doch helfen.“, rief Jonathan aus. Dana öffnete zögernd den Mund. „Ich denke, wir sollten das allein machen.“, sagte Nick, bevor Dana auch nur ein Wort sagen konnte. Dana schwieg. Sie wusste nicht, ob sie Nick jetzt dankbar sein sollte oder böse. Jonathan zog eine Schnute und wollte schon protestieren, als Dana sagte: „Ist schon okay. Ich halt es hier sowieso nicht mehr aus.“ Jonathan sah enttäuscht aus, fügte sich aber mit einem Nicken. Er mochte Dana. Sie schien ihn ernst zu nehmen. Vor allem fragte sie nie, ob er seine Ausführungen auch übersetzen konnte. Sie verstand ihn.
‚Wir sind nicht allein.’, schoss Dana plötzlich durch den Kopf. Der Gedanke war völlig fehlgeleitet, denn auf dem Gang waren Ärzte und Patienten unterwegs. Es war nur logisch, dass sie nicht allein waren. „Ich ruf dich an okay?“, sagte Nick. „Okay.“, sagte Dana, deren Blick nun auf den Gang mit der Leichenhalle hing. Dort war irgendwas, das sie an ihren Alptraum erinnerte.
„Ist alles okay?“, fragte Kate. „Du wirkst etwas weggetreten.“ Dana blickte Kate an und brauchte einen Moment, bis sie begriff, was sie zu ihr gesagt hatte. „Nein, alles okay. Ich denke... ich verarbeite jetzt erst mal so richtig den Schrecken.“, sagte Dana dann schnell. Nick und Kate nickten, sahen aber nicht besonders überzeugt aus. „Also dann.“, sagte Dana und ging dann den Flur Richtung Leichenhalle entlang. „Was hat sie?“, fragte Jonathan irritiert. „Könnte eine kleine Nebenwirkung von Draculas Besessenheit oder dem Koma sein.“, sagte Kate, während sie zusammen mit Nick der jungen Collageprofessorin folgte.
Dana nahm alles um sich herum nur noch gedämpft wahr. Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Angst stieg in ihr hoch. Dann hatte sie die Leichenhalle erreicht und stieß die Tür auf. Drinnen war es dämmrig und kühl. Sie trat ein und konnte nun ganz deutlich die Anwesenheit von etwas spüren. Nick und Kate betraten hinter ihr den Raum.
„Was ist los?“, fragte Nick besorgt. Man konnte deutlich die Schuld in seiner Stimme hören. „Etwas ist hier.“, sagte Dana, während sie sich umblickte. „Etwas?“, fragte Kate irritiert. „Ich kann es spüren. Es ist etwas Böses.“, sagte Dana, die sich nicht bewusst war, wem sie das eigentlich sagte. „Vielleicht hängt das ja auch mit unserem Fall zusammen.“, rief Jonathan aus, der hinter ihnen auftauschte. Nick warf ihm einen bösen Blick zu, der Jonathan jedes weitere Wort verbot. „Dana.“, sagte Nick besorgt und berührte sie an der Schulter. Dana schreckte hoch. Wie aus einer Trance gerissen schwankte sie leicht und musste sich an Nick festhalten, damit sie nicht fiel.
„Dana.“ Erschrocken griff Nick nach ihr. „Wir sollten vielleicht einen Arzt rufen.“, sagte Kate besorgt. „Nein.“ Dana schüttelte den Kopf. „Es geht mir gut.“ „Nimm uns das nicht übel, aber ich denke, wir sind da anderer Meinung.“, sagte Kate bestimmt. „Es ist alles okay.“, sagte Dana sehr bestimmt und befreite sich sanft aus Nicks Griff. Dabei fiel ihr Blick auf die beiden Leichen, die an einer Wand aufgebahrt waren. Bei dem einen konnte sie nur die Konturen des abgedeckten Körpers sehen. Bei der anderen Leiche konnte sie direkt durch das Tuch sehen. Die Schwingungen, die sie bei diesem Anblick empfand waren ihr vertraut. „Doch mit ihr nicht.“, sagte Dana und deutete auf die zweite Leiche. „Wie meinst du das?“, fragte Jonathan. „Abgesehen davon, dass sie tot ist meine ich.“ „Sie ist ein Vampir.“, antwortete Dana. Nick blickte zu der Leiche. „Wie kannst du dir da so sicher sein?“, fragte Kate irritiert. „Ich weiß es einfach.“, sagte Dana, die sich das ganze nur mit Draculas Besessenheit erklären konnte. „Sie könnte aber recht haben.“, sagte Nick, während sich die Leiche unter ihrem Tuch bewegte.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Mo Jul 19, 2010 9:11 am 
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Kate drehte sich um und blickte zu den zwei Leichen, von denen sich nun die eine aufrichtete. Es war eine junge Frau, deren Augen sich bereits schwarz gefärbt hatten. Ihre langen Eckzähne waren ein weiterer Beweis, für ihr Dasein als Vampir.
„Woher hast du das gewusst?“, fragte Kate. Dana zuckte mit den Schultern. Das ganze jagte ihr Angst ein und sie fragte sich insgeheim, wie weit sie sich noch verändert hatte. Die Vampirin fauchte und leckte sich beim Anblick der vier Menschen genüsslich die Lippen.
Nick zögerte keine Sekunde mehr. Wenn er den Link kalt erwischen wollte musste er sich beeilen. Er erinnerte sich nur zu gut an das erste Mal, als er auf einen Vampir geschossen hatte. Blitzschnell zog Nick seine Waffe und zielte auf die Frau, doch sie schien irgendwie darauf vorbereitet zu sein. Ehe Nick abdrücken konnte, hatte sie ihm die Waffe mit ihren mentalen Kräften aus der Hand gerissen. Die Vampirin sprang von ihrer Bahre runter und stand nun im dünnen Krankenhaushemdchen vor ihnen.
Jonathan kreischte ängstlich auf und brachte sich hinter Kate in Sicherheit, als die Vampirin auf Nick zusprang. Kate zog ihre Waffe und konnte abdrücken, bevor die Vampirin handeln konnte. Das Geschoss traf sie an der Schulter und schleuderte sie von Nick runter. Die Vampirin fauchte böse, während Nick bereits aufsprang und nach seiner Waffe griff. Die Vampirin wollte sich die Waffe holen, doch Dana war schneller. Ohne groß darüber nachzudenken, setzte sie Draculas Kräfte gezielt ein. Sie ließ die Waffe über den Boden in Nicks Hände schlittern. Kate wollte ein weiteres Mal feuern, doch die Vampirin schleuderte sie gegen Jonathan und sie fiel mit ihm zu Boden. Ihre Waffe schlitterte außer Reichweite.
Nick hielt seine Waffe auf die Vampirin gerichtet, doch Kates und Jonathans Sturz lenkten ihn ab und so sah er den Link nicht auf sich zufliegen. „Vorsicht!“, rief Dana und streckte ihre Hand aus. Die Vampirin wurde gegen die nächste Wand geschleudert. Nick hob seine Waffe wieder und feuerte.
Es war ein Volltreffer. Die Vampirin sackte tot zu Boden. Dana ließ langsam ihre Hand sinken. Kate und Jonathan starrten sie mit offenem Mund an. Nick war genauso sprachlos. Er wusste zwar, dass Dana diese Kräfte hatte, doch wie sollte er das Kate und Jonathan erklären.
Nick sicherte seine Waffe und verstaute sie wieder. Dana schluckte hart. Was würden die anderen beiden nun von ihr denken?
„Was? Wie... Wie hast du das gemacht?“, fragte Kate verwirrt. Dana antwortete nicht. Sie wandte sich um und verließ fast fluchtartig die Halle. „Dana!“, rief Nick, doch die junge Professorin reagierte nicht auf seinen Ruf. „Nick...“, begann Kate. „Jetzt nicht. Kümmere dich bitte darum.“, sagte Nick und deutete auf die tote Vampirin, bevor hinter Dana hinterherlief. „Jonathan, mach du das bitte.“, sagte Kate und folgte den beiden, ehe der junge Biologe widersprechen konnte.
„Dana, warte!“, rief Nick, als er sie fast eingeholt hatte. Dana blieb abrupt stehen, so dass Nick fast in sie hineingerannt wäre. Sie wandte sich zum ihm um und konnte weiter hinten im Flur Kate sehen, die auf sie zuhielt. „Es ist alles okay. Die beiden werden nichts sagen.“, sagte Nick bestimmt. „Das mag sein, doch was werden sie von mir denken?“, sagte Dana leise und aufgebracht. Sie blickte sich kurz um, bevor sie sich um. „Verdammt Nick ich habe schon vor mir selbst Angst. Angst vor dem, was noch mit mir passiert.“ Nick blieb stumm. Ihm fiel nichts ein, was er ihr hätte sagen können. „Wie willst du das den beiden erklären?“, fuhr Dana fort. „Sie werden das gleiche denken wie ich. Nämlich dass er noch in mir ist.“ „Dana...“, begann Nick. „Nein.“, unterbrach ihn Dana. „Ich pack es einfach nicht mehr.“
In diesem Moment hatte Kate die beiden erreicht und blickte Dana fast misstrauisch an. Dana konnte er ihr nicht verübeln. „Was war das gerade?“, fragte sie trotz ihrer Miene sanft. Sie konnte deutlich sehen, dass Dana mit den Nerven fertig war.
Dana atmete geräuschvoll aus. Sie wusste nicht, was sie dazu sagen sollte. Sie verstand es ja selbst nicht. „Anscheinend hatte die Sache mit Dracula eine Nebenwirkung.“, sagte Nick leise, obwohl der Flur leer war. Dana strich sich nervös die Haare aus dem Gesicht. Bevor Kate etwas sagen konnte, wurde eine Bahre an ihnen vorbeigeschoben. Auf ihr lag ein kleines Mädchen. Der Pfleger, der sie schob, deckte das Gesicht der Kleinen schnell ab, aber Dana hatte das Kind doch erkannt. Es war das kleine Mädchen aus ihrem Traum. Erschrocken und verwirrt blickte sie der Leiche hinterher. „Schrecklich.“, sagte Kate nur voller Mitgefühl. Der Pfleger wollte die Leiche des Kindes in die Leichenhalle bringen, doch Jonathan hatte die Tür bereits verriegelt. Und nach mehreren Versuchen gab der Pfleger sein Vorhaben auf und schob das Kind weiter der Flur hinunter. Dana trat ein Schritt in die Richtung, hielt aber erschrocken inne, als sie plötzlich das Weinen eines Kindes hörte.
Dana wandte sich um und blickte in die andere Richtung. Dort hockte das kleine Mädchen und weinte herzzerreisend. „Dana?“, fragte Nick besorgt, als er ihren Gesichtsausdruck sah. „Könnt ihr sie denn nicht sehen?“, fragte Dana und machte einen Schritt in die Richtung des Kindes: „Wen?“, fragten Nick und Kate wie aus einem Mund. „Das Mädchen.“, sagte Dana. Kate wollte noch mehr sagen, doch sie kam nicht dazu. „Mein Gott.“, sagte Dana leise, als sie den dunklen Schatten sah, der sich langsam zu einem Seelenfänger formte. „Nein.“, sagte Dana und griff nach Nicks Waffe. Ehe er reagieren konnte, hatte Dana bereits gezielt und schoss auf den Seelenfänger.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Mi Jul 21, 2010 9:15 am 
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Kate fragte sich schon, ob Dana noch zurechnungsfähig war, als die Kugel der Waffe in der Luft hängen blieb und ein Schmerzensschrei über den verlassenen Korridor hallte. Dana ließ die Waffe leicht sinken und funkelte den Seelenfänger an, der sie wütend musterte. „Lass ja die Hände von ihr.“, sagte sie scharf. Der Dämon griff trotzdem nach dem Kind, doch Dana war schneller. Sie wollte verhindern, dass ihr Alptraum wahr wurde. Sie setzte ihre Kräfte von Dracula ein und schleuderte den Dämon von der Seele des kleinen Mädchens weg.
Kate und Nick sahen nur das Geschoss durch die Luft fliegen. „Was ist das?“, fragte Kate, die ihre Waffe gezogen hatte, auch wenn sie nichts sehen konnte. „Ein Seelenfänger.“, antwortete Dana und beobachtete den Dämon, wie er sich wieder aufrappelte. Das kleine Mädchen rannte den Gang hinunter auf Dana zu. Es lief durch Dana hindurch, die durch den Kontakt ins Schwanken geriet. Die Angst des Kindes war überwältigend und hätte Nick sie nicht gehalten, wäre sie sich zu Boden gestürzt. Kälte durchflutete Danas Körper und sie begann, am ganzen Leib zu zittern. Das Kind rannte weiter den Flur hinunter und Kate keuchte erschrocken auf, als sie das kleine Mädchen plötzlich sehen konnte. Nick ging es nicht anders.
Der Seelenfänger brüllte auf, als das Kind von einem goldenen Licht erfasst wurde und dann verschwand. „Jetzt kann er ihr nichts mehr tun.“, sagte Dana. „Was ist denn hier los?“, fragte plötzlich eine Stimme hinter ihnen. Erschrocken wirbelten die drei herum. Ein Pfleger musterte sie misstrauisch. Nick nahm Dana die Waffe aus der Hand und ließ sie unauffällig verschwinden. Kate reagierte am schnellsten. „Polizei. Wir sind wegen eines Falles hier.“, sagte sie und zeigte dem Pfleger ihre Marke. Diese nickte, aber der misstrauische Blick blieb. Er betrachtete Dana. „Geht es ihnen gut Miss? Sie sind ja leichenblass.“, sagte der Pfleger dann besorgt. „Mir geht es gut.“, sagte Dana und beobachtete dabei den Seelenfänger. Sie wusste aus ihrem Studium, dass diese Dämonen nicht nur die Toten verfolgten. Manchmal machten sie auf Jagd auf Lebende. Immer dann, wenn es nicht genug Seelen gab. Doch der Seelenfänger hatte eingesehen, dass es hier nichts zu holen gab. Er zog sich zurück und verschwand durch die angelehnte Tür zum Treppenhaus. Der Pfleger wandte sich nur ungern ab. Offenbar machte er sich Sorgen um Dana. Als er endlich wieder verschwunden war, lief Dana zum Treppenhaus. Sie trat ein und versuchte, den Seelenfänger auszumachen, doch sie konnte ihn nicht sehen und auch die böse Spannung war weg.

Kapitel IV

Dana ging in ihrer Wohnung auf und ab. Sie war nur ungern aus dem Krankenhaus weggegangen. Der Seelenfänger konnte jederzeit wieder zuschlagen. Nick und Kate hatten sie begleitet und saßen jetzt auf dem Sofa.
„Setz dich doch bitte.“, sagte Nick bestimmt. Dana blickte ihn kurz an. Ihr lag eine scharfe Antwort auf der Zunge, doch sie schluckte sie hinunter. Sie atmete tief durch und ließ sich dann auf einen Sessel nieder. Nervös rang sie mit ihren Händen. Ein beklemmendes Gefühl hatte sich ihrer bemächtigt. Kate öffnete ihren Mund, hielt aber inne. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Nick wusste auch nicht, was er sagen sollte. Er verurteilte Dana nicht. Er wollte ihr helfen. „Ist er noch...?“, begann Kate, brach aber wieder ab. „Ich weiß es nicht. Doch ich fürchte, dass man das nicht ausschließen kann.“, sagte Dana mit gesengtem Blick. „Das hatten wir doch schon. Wir haben gesehen, wie er deinen Körper verlassen hat.“, sagte Nick. „Aber nachdem, was heute morgen passiert ist, hat Dracula mehr zurückgelassen, als nur seine Kräfte.“, sagte Dana und dachte mit Unbehagen an ihren Besuch bei Matt. Wieder glaubte sie, dass Blut schmecken zu können. Sie hatte Mühe einen Brechreiz zu unterdrücken.
„Was ist passiert?“, fragte Nick. Dana stand wieder auf. Sie konnte einfach nicht sitzen. „Ich war heute Morgen beim dem Guru, von dem ich dir erzählt habe.“, begann Dana. „Ich hab gedacht, dass ich mich danach besser fühlen würde, doch so war es nicht. Mit nur einem Satz hat er es geschafft, mich zu beunruhigen. A Undlav, is cunn is ungol din argad envinya!“
„Was heißt dass?“, wollte Kate wissen. „Und wenn hinabsteigt, der Fürst der Finsternis wird eine erwählt, seinen Platz einzunehmen.“, sagte Dana, während sie sich zum Fenster umwandte und hinausstarrte. „Und du meinst...?“, fragte Nick. „Ich weiß nicht, was ich sonst denken soll. Vor allem, weil ich plötzlich das Bedürfnis hatte, den Guru das Blut auszusagen. Ich konnte es praktisch schon schmecken.“, sagte Dana leise. „Du hast es aber nicht getan!?“, fragte Kate bestimmt. Dana schüttelte den Kopf. „Ich bin weggelaufen. Doch das beruhigt mich selbst nicht gerade.“ „Vielleicht solltest du dich von unseren Ärzten untersuchen lassen. Sie können dir womöglich helfen.“, sagte Kate. „Und was willst du denen sagen?“, fragte Nick. Kate zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung.“, gestand die junge Polizistin. „Es sei denn, Jonathan macht das. Er hat ja eh alles gesehen und er wird schon den Mund halten.“ „Soweit ich weiß, hat er von Daniel Riker eine Blutprobe untersucht. Vielleicht hilft uns das Ergebnis weiter.“, sagte Nick nachdenklich. „Dafür müsste ich mit aufs Revier oder?“, fragte Dana. „Ich fürchte schon.“, sagte Nick. „Und wie willst du das erklären?“, fragte Dana. „Gar nicht. Die anderen werden sich nicht wundern, dass du da bist. Das ganze Revier weiß mittlerweile Bescheid. Und Captain Paige ist heute Abend nicht da.“, antwortete Nick nach kurzem Überlegen.
Dana zögerte. Sie fühlte sich bei dem Gedanken nicht wohl, in ihrem jetzigen Zustand das Revier der Special Unit 2 zu betreten. „Es wird schon nichts passieren.“, sagte Nick sanft. Dana glaubte nicht recht daran. Wenn sie ehrlich war, hatte sie ein ziemlich schlechtes Gefühl.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Mi Jul 21, 2010 9:35 am 
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Dana lief im Labor unruhig auf und ab und wartete auf die Untersuchung ihrer Blutprobe. Jonathan wollte sie auch mit der von Daniel Riker vergleichen, die er bekommen hatte, nachdem Nick ihn erschossen hatte, weil er durch Dracula zu einem Link geworden war. Endlich öffnete sich die Tür und Jonathan kam zusammen mit Nick und Kate rein.
Jonathan war zappelig, aber so wirkte er meistens. Dana wusste jedoch, dass viel in ihm steckte und dass er ein kluger Kopf war. „Es ist alles in Ordnung. Wenn man die Ergebnisse der beiden Blutproben vergleicht, kann man mit 98% davon ausgehen, dass Dracula deinen Körper verlassen hat.“, sagte Jonathan und schwenkte dabei mit ein paar Ausdrucken rum. „Aber wieso habe ich dann seine Kräfte und kann Dinge sehen, die normalerweise unsichtbar sind?“, fragte Dana aufgewühlt. „Ich hab keine Ahnung.“, sagte Jonathan niedergeschlagen. „Ich kann es nur so erklären, dass du dadurch eine Art sechsen Sinn entwickelt hast und dass er es so eilig hatte, deinen Körper zu verlassen, dass er seine Kräfte zurückgelassen hat.“ „Und kann man es rückgängig machen?“, fragte Dana leise. „Das weiß ich nicht. Ich konnte keine Anomalie in deinem Blut finden, die das ganze irgendwie auslösen könnte.“, antwortete Jonathan. Danas letzte Hoffnung schwand dahin und sie hätte am liebsten laut geschrieen. Doch sie biss sich auf die Lippen. „Fällt dir wirklich nichts ein Jonathan?“, fragte Nick drängend. Der Biologe schüttelte den Kopf. „Und mit anderen kurzschließen soll ich mich ja nicht.“, sagte der er verteidigend. „Jonathan, was sollen die denn machen, wenn du schon keinen Rat weißt?“, fragte Kate bestimmt. Jonathan errötete bei dem Kompliment.
„Gefällt es dir nicht, das zu können?“, fragte Jonathan neugierig. „Ich meine, wie viele Menschen können das schon.“ „Wenn du Draculas Gedanken und Kräfte in dir gefühlt hättest, würdest du diese Frage nicht stellen.“, sagte Dana nur. Jonathan war ein bisschen geknickt über seine eigene Neugier. Er hätte gern mal solche Kräfte gehabt. „Ich denke, ich geh jetzt besser.“, sagte Dana und verließ das Labor. Nick zögerte kurz, folgte ihr aber dann. Kate blickte den beiden hinterher. Sie hoffte, dass Jonathan mit seiner Theorie recht hatte und Dracula wirklich Danas Körber richtig verlassen hatte. Sie konnten ja damals alle getäuscht worden sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Fr Jul 23, 2010 9:46 am 
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Bevor Dana die Special Unit 2 durch die Wäscherei verließ, hatte Nick sie eingeholt. „Hey, warte.“, sagte er und ging neben ihr her. Dana hielt nicht an. Sie hatte das Gefühl, dringend frische Luft schnappen zu müssen. Erst draußen blieb sie stehen und atmete tief durch. „Soll ich dich nach Hause fahren?“, fragte Nick. Dana zögerte kurz. Sie hatte Angst, dass sie Nick mit Draculas Kräften wehtun würde. Doch ein Blick in seine Augen ließ sie schwach werden. Sie vermisste seine Nähe und so nickte sie nur stumm und folgte ihm zu seinem Dienstwagen.
Die Fahrt zu Dana verlief schweigend. Keinen von beiden war nach reden zu mute. Als Nick endlich vor dem Apartmenthaus hielt, blieben beide unschlüssig im Wagen sitzen. Dana stand wie unter Schock. Jonathan hatte ihr unbeabsichtigt ihre Hoffnung genommen, dass sie diese Kräfte wieder loswerden würde.
Nick hätte gern etwas Tröstendes gesagt, doch er wusste, dass das alles nur leere Worte waren. Jetzt konnte er Dana nur helfen, wenn er für sie da war und sie nicht verurteilte. „Ich bring dich noch rauf.“, sagte Nick sanft. Dana blickte bewusst aus dem Fenster. „Ich denke, du solltest dich von mir fernhalten.“, sagte sie leise. Nick sagte dazu nichts. Er griff nach ihrer Hand und streichelte sie sanft mit dem Daumen. Dana blickte erst auf seine Hand und dann in seine Augen. „So leicht wirst du mich nicht los.“, sagte Nick leise und schenkte ihr ein Lächeln. Dana lächelte schwach zurück. Eine angenehme Wärme breitete sich in ihr aus. Die Welt um sie herum trat in den Hintergrund. Sein Blick fiel kurz auf ihre Lippen. Wie von selbst schlagen sie ihre Hände ineinander und rückten näher zusammen.
Danas Herz begann heftig zu schlagen. Sein Atme strich warm über ihr Gesicht und in Erwartung seines Kusses beugte sich Dana weiter zu Nick rüber. Ihre Lippen berührten sich fast, als plötzlich ein Wagen in die Straße geschossen kam und scharf bremsend vor Nicks Wagen hielt.
Nick und Dana fuhren erschrocken auseinander. Dana blickte durch die Windschutzscheibe in den anderen Wagen, hinter dessen Steuer der Guru Matt saß. Dana schluckte, als sie an die Geschehnisse von heute Morgen dachte. Die Stimmung zwischen ihr und Nick war zerstört.
Dana stieg langsam aus und blieb zögernd neben Nicks Wagen stehen. Nick wusste nicht, wer der Mann war. Aber er sah deutlich, dass seine Anwesendheit Dana deutlich verwirrte. Nick stieg aus und betrachtete den Mann misstrauisch.
Matt stieg aus und ging auf Dana zu, die automatisch einen Schritt zurückwich. Zu frisch war das, was sie am Morgen gesehen hatte. Nick ging um seinen Wagen herum und stellte sich neben Dana. Sein Blick war alles andere als freundlich, doch Matt ignorierte das einfach. „Es war gar nicht so einfach, sie hier zu finden.“, sagte der Guru, als er vor Dana und Nick stand. Er machte den Eindruck, als würde er sich hier in der Stadt nicht wohlfühlen. „Was wollen sie hier?“, fragte Dana nur. „Ich denke, dass sie das ganz genau wissen. Denken sie nur an das kleine Mädchen, dessen Seele sie heute gerettet haben.“, sagte Matt bestimmt. „Woher wissen sie das?“, wollte Dana wissen, obwohl sie sich denken konnte. woher er das wusste. „Jeder hat seine Gabe.“, sagte Matt. „Ich habe keine Gabe.“, sagte Dana säuerlich. „Wenn sie sie akzeptieren schon.“, sagte Matt nur. „Was wollen sie?“, fragte Nick bestimmt, bevor Dana sich noch mehr aufregte. „Wo er ist, sind noch viel mehr.“, sagte Matt zu Dana und ignorierte Nick einfach. „Was heißt das genau?“, wollte Nick wissen. „Mehr kann ich nicht sagen.“; sagte Matt nur. „Und wieso nicht?“, fragte Dana. „Ich bin nur der Wegweiser. Der Bote wenn man so will. Die Akteure seit ihr.“, sagte Matt und wandte sich ab.
Nick blieb sprachlos zurück. So etwas war er nicht gewöhnt. „Wer war das?“, fragte Nick, nachdem Matt wieder Richtung Stadtende fuhr. „Das war der Guru, den ich heute morgen besucht habe.“, antwortete Dana und blickte Matt dabei hinterher. „Das soll ein Guru gewesen sein? Ist er dafür nicht ein bisschen zu jung?“, fragte Nick etwas ungläubig. „Was hast du erwarten?“, fragte Dana schmunzelnd. Ihr war es nicht anders gegangen, als sie Matt das erste Mal gesehen hatte. „Tja ich weiß nicht. Vielleicht einen alten Zausel, der prophetisches Zeug faselt.“, meinte Nick Achsel zuckend. Ein Lächeln umspielte dabei seine Lippen, doch das erlosch schnell. „Aber was meinte er mit seinen Worten genau?“, fragte er dann. „Seelenfänger sind keine Einzelgänger. Sie leben meistens in Gruppen und gehen bevorzugt auch zusammen auf die Jagd nach Seelen. Das an sich ist schon schlimm. Aber sie greifen nicht nur die Toten an. Wenn die Sterblichkeitsrate ihres Reviers zu sehr sinkt, machen sie auch nicht halt davor, selbst Menschen zu töten, um ihre Seelen zu absorbieren.“, antwortete Dana und wandte sich Nick zu. „Heißt das, es gibt noch mehr in der Stadt?“, fragte Nick. „Davon ist auszugehen. Es gibt nur sehr wenige, die Einzelgänger sind. Das Problem ist nur, ihr Nest zu finden.“, sagte Dana. „Und dann ist da ja noch das Problem, dass man sie nicht sehen kann.“, meinte Nick. „Wir hatten schon mal so ein Fall, wo nur Kinder den Link sehen konnten. Vielleicht klappt das bei den Dingern auch.“ „Ich glaube nicht, dass sie auf eine Hormonbehandlung reagieren. Sie sind anders, als der Bogeyman.“, sagte Dana. Nick wollte erst fragen, woher sie das wusste, doch dann erinnerte er sich, dass sie ja den Zentralcomputer der Special Unit 2 geknackt hatte. „Fällt dir nichts ein?“, fragte Nick. „Es ist nicht viel über diese Dämonen bekannt. Sie meiden die Kreise der anderen, aber vielleicht solltest du Carl doch mal drauf ansetzen.“, sagte Dana und nahm ihre Handtasche vom Beifahrersitz. Sie schlug die Autotür zu und blickte Nick kurz in die Augen. „Ich denke, du gehst jetzt besser.“, sagte sie leise. Ihre Angst, dass sie ihm wehtun würde war wieder da. Nick nickte etwas resigniert, doch er musste ihre Entscheidung akzeptieren. „Ich ruf dich an.“, sagte er. Dana nickte und wandte sich dem Apartmenthaus zu. Nick blickte ihr hinterher, bis sie im Inneren verschwunden war. Er seufzte lautlos und stieg wieder ein, um zum Revier zurück zu fahren.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Fr Jul 30, 2010 7:14 am 
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Der Seelenfänger lehnte sich keuchend gegen einen der Heizungskessel. Das Projektil in seiner Schulter schmerzte wie die Hölle. Doch am meisten verwirrte ihn, dass diese junge Frau ihn hatte sehen konnte. Normalerweise konnten ihn die Menschen nur sehen, wenn er das wollte oder wenn sie dem Tode nahe waren. Wieso hatte sie ihn sehen können? Keine der beiden Varianten war zutreffend. Oder war sie einmal dem Tode nahe gewesen und hatte davon noch nicht losgelassen? Mit einem schweren Seufzer ließ er sich gegen den Kessel gelehnt zu Boden sinken. Er versuchte, das Projektil zu greifen, aber es saß schon fast zu tief. Er konnte es nur mit den Fingerspitzen greifen. Als das Projektil endlich so zu fassen bekam, dass er es rausziehen konnte, konnte er einen Schmerzensschrei nicht unterdrücken.
„Hallo?“, wurde der Seelenfänger aus seinem Schmerz gerissen. So schnell er konnte, stand er auf und verbarg sich hinter dem Kessel, trotz der Tatsache, dass man ihn eh nicht sehen konnte. Gerade rechtzeitig, denn in diesem Moment bog der assistierende Hausmeister des Krankenhauses in den Gang aus Heizungskesseln ein und blickte sich suchend um. Dem Seelenfänger lief das Wasser im Maul zusammen. Durch den Verlust der Kinderseele war sein Hunger noch größer als vorher und die Seele des jungen Mannes war mehr als nur verlockend.
Kevin blickte sich aufmerksam um. Er war sich sicher, dass er jemanden hatte schreien hören. Langsam wünschte er sich echt, dass er den Aushilfsjob als Hausmeistergehilfe hier im Krankenhaus nicht angenommen hätte. Viel zu merkwürdige Dinge passierten hier. Kevin war nicht abergläubisch, doch nachdem, was er in den letzten Wochen alles erlebt hatte, war er bereit, an fast alles zu glauben. Erst vor ein paar Wochen hatte er geglaubt, dass sich im Keller zwei Frauen unterhalten hatten. Kevin hatte ihre Worte nicht verstehen können. Und dann Dinge, die durch die Luft schwebten, Schreie und Laute, die durch die Gänge hallten. Wenn das so weiter ging, würde sich Kevin irgendwann für verrückt halten. Er konnte nichts Verdächtiges ausmachen und er wollte schon wieder gehen, als er plötzlich eine Pfütze auf dem Boden sah. „Was zum Teufel?“, flüsterte er mehr zu sich selbst und ging auf den großen Fleck zu. Er ging in die Hocke und versuchte in dem trüben Licht zu erkennen was es war. Es sah aus wie Blut. Vorsichtig tauchte er den Finger in die Pfütze. Sie war noch frisch. Kevin stand alarmiert auf und blickte sich den Boden genauer an. Dort war eine kleine Tröpfchenspur. Zögernd folgte Kevin ihr. Er hoffte nur, dass ihn kein schwer Verletzter erwartete, den es irgendwie in den Keller geführt hatte. Langsam bog er hinter den Heizungskessel und blieb erstaunt stehen. Über das Fauchen der Kessel war ein leises Tropfen zu hören. Zuerst war ihm nicht bewusst, was ihn störte, doch als das noch so kleinste Detail in seinen Verstand vorgedrungen war, konnte er nur noch erschrocken zurückweichen. Das Blut, was vor seinen Augen zu Boden tropfte schien aus dem Nichts zu kommen. Dann verschwand es wieder, nur um wieder aufzutauchen. Der Seelenfänger lachte laut auf. Kevin wich zurück. Das Lachen wurde noch lauter.
Kevin wirbelte herum und floh den Gang entlang Richtung Ausgang. Er wollte nur noch raus aus dem Keller. Doch er kam nicht weit. Der Seelenfänger setzte ihm nach und packte ihn in dem Moment, als Kevin nach der Klinge der Tür greifen wollte. Er schleuderte Kevin von der Tür weg.
Der junge Mann schlug hart gegen einen der Kessel. Die Hitze ließ ihn mehr aufschreien, als der Schmerz des Aufpralls. An den Kessel gelehnt, rutschte Kevin zu Boden. Seine Rippen schmerzten. Er hatte sich sicher welche gebrochen. Er hielt sich die Seite. Durch seinen Aufprall war eines der Ventile gebrochen und so begann sich der vordere Teil des Raumes mit heißem Dampf füllte. Kevin versuchte aufzustehen, doch ein stechender Schmerz in der Seite zwang ihn wieder zu Boden. „Verdammt!“, presste er hervor und hievte sich wenigstens in eine aufrechte Position. Der Heizungskeller an sich war schon unerträglich heiß, doch der Dampf verschlimmerte das ganze noch.
Kevin blinzelte, als er glaubte, etwas in dem weißlichen Dampf zu sehen. Es erinnerte ihn unpassender Weise an die Special Effects aus Scary Movie 2, wo der Geist durch Rauch sichtbar geworden war. Doch was ihm gezeigt wurde, war ein Schrecken aus dem schlimmsten Albtraum.
Der Seelenfänger lachte wieder. Kevins Angst berauschte ihn und steigerte seinen Appetit nur noch mehr.
Kevin versuchte wegzukrabbeln. „Du kannst mir nicht entkommen.“, rief der Seelenfänger belustigt und trat aus der Dampfwolke wieder heraus. Augenblicklich war er nicht mehr zu sehen. Kevin sah sich panisch um. Der Seelenfänger konnte überall sein
Kevin schrie erschrocken auf, als neben ihn der unsichtbare Schlag des Seelenfängers einen der Kessel ausbeulte. Dieses Wesen musste eine ungeheure Kraft haben. Sein Lachen schallte laut durch den Keller, während er in Kevins Nähe immer mehr Kessel ausbeulte. Durch die Dampfschwaden war der Seelenfänger gelegentlich zu sehen. Kevin war sich bewusst, dass er den Keller nicht lebend verlassen würde, wenn er nicht bald aufstand. Doch die Schmerzen in seiner Seite zogen sich mittlerweile bis zu seiner Brust hoch. Das Atmen war eine Qual. Immer mehr Dampft füllte den Raum und mittlerweile war er so dick, dass er den Seelenfänger darin nicht mehr sehen konnte. Mühsam quälte sich Kevin auf die Füße. Der Schmerz trieb ihm die Tränen in die Augen. Er konnte einen Schmerzensschrei nicht unterdrücken. Das Lachen des Seelenfängers schien von überall zu kommen.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Di Aug 17, 2010 7:14 am 
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Der ganze Raum hatte sich mittlerweile mit Dampf gefüllt. Und Kevin hatte die Orientierung verloren. Er konnte buchstäblich noch nicht mal die Hand vor Augen sehen. Vorsichtig streckte er die Hand aus, um nicht gegen etwas zu laufen. Gleichzeitig wollte er aber seine Hand zurückziehen, damit dieses Wesen ihn nicht packte. Nur mühsam unterdrückte er diesen Wunsch. Doch er kam nicht weit. Der Seelenfänger hatte genug mit ihm gespielt. Er packte Kevin und drückte ihn gegen eine Wand.
Kevin versuchte sich aus dem stählernen Griff zu befreien, doch gegen den Dämon hatte er keine Chance. Er spürte ein Brennen in der Brust, welches nicht von seinen gebrochenen Rippen kam. Ein gleißendes Licht erfüllte plötzlich sein Blickfeld. Ein unsagbarer Schmerz durchfuhr seinen Körper. Und das letzte, was er hörte, war das Lachen des Dämons.

Kapitel V

Nick saß an seinem PC und schrieb an einen Bericht, als Kate mit einer Akte an seinen Tisch kam. „Hey.“, sagte sie und lehnte sich gegen seinen Schreibtisch. „Hey.“, erwiderte Nick und blickte von seinem Bildschirm auf. „Also, die Pathologen haben nichts an der Leiche feststellen können, was irgendwie besonders merkwürdig ist.“, begann Kate, während sie in der Akte blätterte. „Wenn man mit 25 kerngesund ist und trotzdem an Herzversagen stirbt, finde ich das mehr als nur merkwürdig.“ meinte Nick nur. Kate verdrehte genervt die Augen. „Ich war auch noch nicht fertig.“ sagte sie und ignorierte Nicks Schmunzeln. Langsam fand er wieder zurück zu seinen alten Charakterzügen, was Kate als sehr beruhigend empfand.
„Sie hatte auf der Brust und auf der Lunge seltsame Brandspuren, die sie nicht zuordnen konnte. Jonathan versucht gerade einen Link zu finden, auf den so etwas zutreffen könnte. Carl habe ich auch losgeschickt, aber ich bezweifle, dass da was zurückkommt.“, meinte Kate. „Wird es auch nicht. Vor fünf Minuten wurde er verhaftet, weil er einen Laden überfallen hat.“, sagte Nick lächeln und lehnte sich bei den Worten zurück. „Spitze. Ich dachte, er hätte endlich davon abgelassen.“, sagte Kate ironisch. „Wahrscheinlich ist er rückfällig geworden, weil der Banküberfall letzte Woche nicht geklappt hat.“, meinte Nick schulterzuckend. Nun musste auch Kate lächeln. So hilfreich wie Carl auch war, so viel Ärger machte er ihnen meistens auch. „Vielleicht sollten wir überlegen, ihn wieder loszuschicken.“, sagte Kate und wurde wieder ernst. „Ich denke, das machen wir erst, wenn wir wissen, welcher Link dahinter steckt. Bis dahin kann er ruhig unten im Loch bleiben.“, sagte Nick.
„Benson, O’Malley!“, rief Captain Paige laut durchs Revier und winkte die beiden zu sich heran.
Kate klappte die Akte zu und ging auf Captain Page zu, der bereits wieder sein Büro betrat. Nick stand auf und folgte ihr langsam. Im Gedanken war er immer noch bei Dana. Als er das Büro betrat, wies Captain Page ihn an, die Tür zu schließen. Zusammen mit Kate ließ er sich dem Captain gegenüber auf je einen der Stühle fallen. „Wir haben einen weiteren Todesfall, der unsere Vermutung bestätigt, dass es sich bei unserem Gegner um einen Link handelt.“, sagte der Captain und griff nach einem Blatt Papier, dass auf seinem Tisch lag. „Wie die anderen ist er an Herzversagen gestorben, aber dieses Mal zeichnen sich deutliche Spuren eines Kampfes ab.“ „Wo ist es passiert?“, fragte Kate. „Im Heizungskeller des Chicagoer General. Der Hausmeister hat dort seinen Assistenten gefunden, nachdem die Heizung auf mehreren Etagen verrück gespielt hat. Die normale Polizei ist schon vor Ort. Ich will, dass sie den Fall endgültig übernehmen. Hier sind alle nötigen Unterlagen“, sagte Captain Page und reichte Kate einen kleinen Stapel Papiere. Schweigend standen Nick und Kate auf. Sie dachten beide an dem Vorfall im Krankenhaus. „Stimmt was nicht?“, fragte Captain Paige. Nick und Kate blickten sich kurz an. „Es ist alles in Ordnung.“, sagte Kate, während sie sich umwandte und das Büro verließ. Nick folgte ihr dankbar. Er wusste nicht, was der Captain machen würde, wenn er erfuhr, was zurzeit mit Dana los war. Vor allem hielt sich Dana ja selbst schon für eine Gefahr. Wie würden dann andere von ihr denken?
Nick ging zu seinem Schreibtisch, wo Kate bereits auf ihn wartete. Sie wollte was sagen, doch Nick kam ihr zuvor. „Jetzt nicht.“, sagte er bestimmt. „Darüber können wir später reden. Und vor allem woanders.“, fügte Nick hinzu, nachdem er sich kurz umgesehen hatte. „Na schön.“, sagte Kate, auch wenn sie am liebsten jetzt geredet hätte. Nick griff nach seiner Jacke und ging schon nach draußen. Kate seufzte lautlos und folgte ihm.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Do Aug 19, 2010 7:10 am 
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Im Heizungskeller herrschte ein wie es schien heilloses Durcheinander.
Nick und Kate winkten ihre eigene Truppe der Spurensicherung heran und blickten sich nach dem zuständigen Polizisten um. „Da.“, sagte Kate und wies durch die leichten Dampfwolken, die noch vereinzelt aus den Kessel schossen. „Detective Green.“, sagte Nick alles andere als begeistert. „Na das wird lustig.“ „Anscheinend hattest du schon mit ihm zu tun.“, bemerkte Kate. „Mehr als einmal. Und jedes Mal hat er gedroht, die Special Unit 2 hochgehen zu lassen. Er bekommt immer halbe Anfälle, wenn wir einen Fall übernehmen.“, erklärte Nick. „Klingt nach einem lustigen Zeitgenossen.“, sagte Kate. In diesem Moment entdeckte Detective Green die beiden und sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich sichtlich, als er Nick erkannte. Er wusste schon, was jetzt kommen würde, trotzdem würde er sich den Fall nicht widerspruchslos abnehmen lassen. Nick sah ihm das deutlich an, doch er konnte einfach nicht anders und lächelte, denn am Ende würde er doch den kürzeren ziehen.
Detective Green kam mit schnellen Schritten auf sie zu und machte dabei den Eindruck, dass er sie überrennen wollte. Kate wäre fast einen Schritt zurückgewichen. Dicht vor ihnen blieb der Detective vor ihnen stehen und musterte sie düster. „Was wollen sie hier?“, fragte er unfreundlich.
Nick ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er lächelte weiter und sagte seelenruhig: „Wir übernehmen diesen Fall.“ In Detective Greens Gesicht zuckte es verdächtig. Mühsam unterdrückte er einen Wutanfall. „Oh nein. Davon habe ich die Nase gestrichen voll. Sie haben mir schon viel zu oft einen Fall weggenommen. Dieses Mal nicht.“, sagte Detective Green mühsam beherrscht. „Ich denke, sie haben da keine andere Wahl.“, sagte Kate bestimmt.
„Detective Green?“ Einer der jüngeren Polizisten trat zu ihnen heran. „Ich hab hier den Captain dran.“, fuhr der junge Polizist fort und reichte seinem Einsatzleiter ein Handy. Detective Green trat ein paar Schritte zur Seite und sprach mit seinem Captain. „Dann brauchen wir wohl das nicht mehr.“, sagte Kate leise und hielt dabei die Mappe leicht hoch, in der die Papiere von Captain Page waren. Nick blickte zu Green, dessen Gesicht bereits puterrot war. Wutfauchend stürmte er davon, als er aufgelegt hatte. „Einen schönen Tag noch.“, rief Nick ihm noch hinterher. Der junge Polizist schaute seinem Einsatzleiter ein bisschen verwundert hinterher. „Am besten trommelst du alle zusammen, die mit dir hergekommen sind. Wir übernehmen den Fall.“, erklärte Nick dem jungen Polizisten. Er wollte eine Erklärung, aber nach dem zu urteilen, was er gerade gesehen hat, war ihm klar, dass er nichts erwarten konnte. Er zuckte mit den Schultern und ging zu den anderen Polizisten zurück, mit denen er hergekommen war.
Nick und Kate blicken sich kurz an und gingen dann den Tatort ab. Die Spurensuche der Special Unit 2 machte sich auch schon an die Arbeit, während sich die anderen Polizisten langsam verzogen. Nick wischte sich den Schweiß von der Stirn. Durch den ganzen Dampf war es unnatürlich heiß in dem Keller und Nick bezweifelte, dass sie besonders viel Spuren finden würden.
Kate betrachtete die Beulen in den vorderen Kesseln. „Denkst du das gleiche wie ich?“, fragte sie, als sie mit Nick außer Hörweite der anderen waren. „Du meinst das Wesen, was Dana hatte sehen können?“, fragte Nick, während er sich konzentriert umblickte. „Der Seelenfänger, ja.“, antwortete Kate. „Es muss nicht unbedingt der von vorhin sein. Nachdem, was ich noch erfahren konnte, jagen diese meistens in Gruppen.“, antwortete Nick. „Das klingt wirklich übel.“, sagte Kate. „Selbst wenn sie nicht hinter der ganzen Sache stecken.“, fügte Nick hinzu und blieb stehen. Durch die leichten Dampfwolken konnte er etwas auf dem Boden sehen. Nick ging in die Hocke und zog ein kleines Tuch hervor. Vorsichtig nahm er das kleine Objekt hoch. Kate kniff die Augen zusammen. „Das ist aus unseren Waffen.“, stellte sie fest. „Also war der Seelenfänger eindeutig hier.“, sagte Nick und steckte das Projektil in eine kleine Plastetüte, die Kate ihm hinhielt. „Jonathan soll das untersuchen. Vielleicht findet er dadurch eine Möglichkeit, wie wir diese Wesen sichtbar machen können.“, fügte Nick hinzu. Das Projektil war glitschig durch das nicht sichtbare Blut des Seelenfängers.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Mo Aug 23, 2010 7:58 am 
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Jonathan hielt triumphierend einen Ausdruck hoch. „Ich hab es! Ich hab es! Ich weiß, was es war!“, sagte der junge Biologe und hüpfte dabei etwas auf und ab. „Ihre Begeisterung in allen Ehren, aber könnten sie uns auch an ihrem Wissen teilhaben lassen.“, bemerkte Captain Page, der die Begeisterung des jungen Biologen nicht verstehen konnte. Jonathan wirkte für einen Moment etwas irritiert, doch dann riss er sich zusammen. „Diese nicht sichtbare Flüssigkeit ist eindeutig das Blut eines logischer Weise unsichtbaren Linkes. Wir haben es analysiert und es war förmlich geschwängert mit einer Art Bioelektrizität.“, begann Jonathan. „Hätte ich da denn nicht unter Strom stehen müssen?“, warf Nick ein. „Nein, weil dein Körper selbst mit dieser Elektrizität voll ist. Es ist sozusagen der Funke, der uns Menschen am Leben erhält. Wissenschaftler haben diese Sache schon untersucht. Diese Elektrizität schein stets im Gleichgewicht zu sein und schwankt nur, wenn unser Leben selbst nicht mehr richtig funktioniert.“, fuhr Jonathan fort. „Du meinst, wenn jemand dem Tode nahe ist.“, versuchte Kate seine Wortwahl zu verstehen. „Ja!“ Jonathan lächelte unpassender Weise zu seiner Antwort, doch er freute sich immer, wenn jemand ihn verstand. „In dem Moment des Todes werden praktisch Unmengen dieser Energie erzeugt, um das Bevorstehende zu verhindern.“
„Und was genau verrät uns das?“, fragte der Captain ungeduldig. „Nun, viele Menschen glauben, dass diese Energie der Kern unseres Seins ist. Das was uns ausmacht.“, antwortete Jonathan. „Unsere Seele.“, erkannte Kate. „Ja, und wenn wir das betrachten, dann landen wir...“ „...bei einem Seelenfänger!“, unterbracht Nick Jonathan. „Du weißt es schon?“, fragte der Biologe ungläubig und enttäuscht zugleich. „Ich habe es geahnt.“, sagte Nick ausweichend. „Und woher nehmen sie ihre Ahnung?“, wollte der Captain wissen. Nick zögere. Wenn er jetzt etwas Falsches sagte, konnte er Dana in ernste Schwierigkeiten bringen. Captain Page blickte ihn abwartend an. „Als wir uns die Leiche im Krankenhaus ansehen wollten, haben wir Professor Anderson getroffen und sie hat einen Seelenfänger im Krankenhaus gesehen.“, kam Kate Nick zur Hilfe. „Ich dachte diese Wesen sind unsichtbar.“, meinte Captain Paige etwas misstrauisch. „Na ja, bestimmte Personen können diese Links sehen. Besonders Menschen, die dem Tode schon sehr nahe waren. Durch solche Erlebnisse ändert sich die Wahrnehmung solcher Menschen.“, sprang Jonathan zögernd ein. „Also kann sie diese Links sehen, weil sie tot war?“, fragte der Captain recht ungläubig. „Ja!“, nickte Jonathan überschwänglich. Nick blickte Jonathan dankbar an. „Gibt es keine andere Möglichkeit, diese Wesen zu sehen?“, fragte der Captain. „Ich will Professor Anderson nicht noch mehr in unsere Angelegenheiten reinziehen.“ „Wir arbeiten noch dran. Ich denke, wir können die Bioelektrizität nutzen, aber ob es funktioniert, kann ich nicht versprechen.“, antwortete Jonathan. „Gibt es noch etwas, was wir über diese Wesen wissen müssten?“, fragte der Captain nach. „Mit Sicherheit. Nur ist nicht viel über diese Links bekannt.“ Jonathan klang etwas niedergeschlagen. Wie fast immer, wenn er nicht alle Fragen beantworten können. „Haben sie vielleicht noch eine Ahnung?“, wandte sich der Captain an Nick. „Soweit Professor Anderson das wusste, jagen diese Links bevorzugt im Rudel und haben auch ein Nest. Das gilt es also zu finden.“, antwortete Nick. „Es wird im Viertel des Krankenhauses liegen. Vielleicht sogar im Krankenhaus selbst.“. schlug Kate vor. „Es sei denn, dass diese Wesen für eine Seele auch wandern.“, warf der Captain ein. „Darüber ist uns nichts bekannt.“, sagte Jonathan. „Vielleicht sollten wir die Professorin doch mit einbeziehen.“, schlug ein anderer Detective vor. Captains Pages Gesicht war säuerlich. „Ich will nur im äußersten Notfall davon gebrauch machen.“, sagte er schließlich und wandte sich ab. Ohne ein weiteres Wort verschwand er in seinem Büro. „Und das hier ist kein Notfall?“, murmelte der Detective und ging wieder zu seinem Arbeitsplatz. „Und was machen wir jetzt?“, fragte Kate, die nicht so recht wusste, von welcher Seite sie das ganze anpacken sollte. „Wir sollten die Orte der Tatorte vergleichen, um so eventuelle Verstecke zu finden. Jonathan, du sorgst dafür, dass wir diese Wesen sehen können.“, antwortete Nick. Jonathan nickte. „Geht klar.“, sagte er noch und verschwand in Richtung Labor. „Machen wir uns an die Arbeit.“, wandte er sich dann an Kate und ging mit ihr zu seinem Schreibtisch.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Mi Aug 25, 2010 8:36 am 
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Dana atmete geräuschvoll aus und versuchte, sich zu entspannen. Sie hatte gedacht, dass ihr Joga und Meditation helfen würde, doch sie hatte das Gefühl, dass sie noch angespannter war als vorher. Genervt stand sie von Teppich auf und ließ sich aufs Sofa fallen. Sie machte sich selbst völlig fertig. Bevor sie bei Matt dem Guru gewesen war, hatte sie schon Angst gehabt. Doch jetzt hatte sie schon fast Panik. Sie hatte sich im College sowie auch im Museum krank gemeldet. Sie wollte auf keinen Fall jemanden verletzten.
„Und wenn hinabsteigt, der Fürst der Finsternis, wird eine erwählt, seinen Platz einzunehmen.“, murmelte Dana vor sich hin. Diese Worte hatten eine Kurzschlussreaktion bei ihr ausgelöst. Und dass sie auch noch vor ihrem geistigen Auge gesehen hatte, wie sie Matts Blut getrunken hatte, hatte ihr den Rest gegeben.
Jonathan hatte nach der Untersuchung ihrer Blutprobe festgestellt, dass sie immer noch zu hundert Prozent ein Mensch war. Sie hatte lang genug das Übernatürliche studiert, um zu wissen, dass solche Kräfte übertragen werden konnten, doch meistens musste das freiwillig geschehen oder bestimmte Rituale musste vollführt werden. Deshalb verstand Dana nicht, wieso sie bei ihr geblieben waren. Dracula hat sie bestimmt nicht freiwillig zurückgelassen, auch wenn er Todesangst gehabt hatte. Hätten Nick und die anderen ihn nicht reingelegt, hätte er sich mit seinen Kräften nach draußen freigekämpft. Doch er schien noch mehr zurück gelassen zu haben. Dana dachte daran, dass sie den Seelenfänger hatte sehen können und dass sie vorher schon davon geträumt hatte. Sie hatte noch nie davon gehört, dass Vampire diese Art von Kräften hatten. Trotz ihres Studiums wusste sie bei weitem noch nicht alles.
Dana stand auf und ging zu ihrem Computer. Vielleicht fand sie noch mehr über diese Dämonen raus, auch wenn ihre Quellen mittlerweile erschöpft waren. Sowohl in ihren Büchern, als auch im Internet. Trotzdem schaltete sie ihren Computer an und wählte sich ins Internet ein. Ein Popupfenster verriet ihr, dass sie eine neue Email bekommen hatte. Matt stand als Absender drin. Dana starrte die Mail an, als wäre sie eine giftige Schlange, die nur darauf wartete, zuzubeißen. Schnell löschte sie die Email.
Erschrocken zuckte Dana zusammen, als das Telefon klingelte. Das Telefon war am anderen Ende des Raumes. Sie beschloss, es klingeln zu lassen. Ihr Anrufbeantworter konnte rangehen. Doch er ging nicht ran. Dana fluchte lautlos, als sie daran dachte, dass sie ihn vorhin ausgeschaltet hatte. Und das Telefon klingelte weiter. „Wer zum Teufel ist denn das?“, rief sie genervt. Schon setzte sich ihr schnurloses Telefon in Bewegung und flog auf sie zu. Reflexartig fing Dana das Telefon auf. „Verdammt!“, flüsterte sie. Ihre Hände zitterten, als sie das Gespräch entgegen nahm. „Sie sind nicht gerade einfach zu erreichen.“, hörte sie Matts Stimme. „Woher haben sie meine Nummer?“, fragte Dana. „Ich habe meine Quelle.“, antwortete Matt. „Was wollen sie?“, fragte Dana, ohne auf seine geheimnisvolle Wortwahl einzugehen. „Ihnen helfen.“, sagte Matt schlicht und klang dabei mehr als erstaunt, dass Dana diese Frage stellte. „Das können sie nicht.“, sagte Dana. Es klang entgültig. „Das können sie nicht wissen.“, meinte Matt bestimmt und Danas Hoffnung stieg bei diesen Worten wieder ein wenig. Doch sie dachte immer noch an das, was bei Matt passiert war.
„Haben sie Angst?“, fragte Matt, als Dana dazu nichts sagte. „Das geht sie nichts an.“, sagte Dana. Sie versuchte ihre Stimme zu kontrollieren. Je mehr sie sich mit der ganzen Sache auseinander setzte, desto mehr geriet sie in Unruhe, ja sogar in richtige Panik.
„Sie wissen zu wenig über das, was in ihnen heranwächst Dana.“; sagte Matt bestimmt. „Wächst?“, fragte Dana mit schwacher Stimme. „Oh keine Sorge. Ich meine das nicht so, wie sie denken. Nur wenn Dracula all seine Kräfte zurück gelassen hat, dürften sie in nächster Zeit noch auf einige Überraschungen stoßen.“, versuchte Matt Dana zu beruhigen. „Soll mich das jetzt aufheitern?“, fragte Dana spitz. „Sie sind eine ganz schön komplizierte Frau.“, sagte Matt und lachte dabei leicht. „Sie müssen Vertrauen zu sich selbst haben. Und Vertrauen darauf, dass das Schicksal wusste, was es tat, als es ihnen die Kräfte anvertraute.“ „Das klingt, als ob ich darüber froh sein soll. Verstehen sie das nicht? Ich habe vor mir selbst Angst. Ich habe Angst davor, dass ich jemanden mit diesem Kräften verletzten könnte.“, brach es aus Dana hervor. „Wenn sie ihre Kräfte kontrollieren, werden sie auch niemanden verletzen.“, sagte Matt bestimmt. „Ich biete ihnen meine Hilfe an. Nicht nur, was die Telekinese angeht.“
„Vampire haben noch andere Kräfte?“, fragte Dana. „Nicht alle, darum ist das nicht so bekannt!“, antwortete Matt. „Was für Kräfte sind das?“, fragte Dana beunruhigt. „Manche Vampire haben die Gabe der Telepathie. Sie können Gedanken sowohl lesen, als auch beherrschen.“, antwortete Matt. „Eine Steigerung der Telekinese. Man kann so nicht nur Dinge bewegen, sondern auch seine Gedanken.“, sagte Dana mehr zu sich selbst. „Genau! Diese Gabe tritt häufig bei den Alten auf.“, sagte Matt. Dana ließ sich in ihrem Stuhl zurück sinken. „Haben sie noch mehr solcher Nachrichten?“, fragte sie. „Im Moment nicht. Bei Vampiren muss man sehr vorsichtig sein, wenn man Dichtung und Wahrheit unterscheiden will.“, sagte Matt. „Ich weiß.“, sagte Dana leise. „Ich kann ihnen nur anbieten zu helfen, was die Kontrolle über diese Kräfte angeht. Je schneller sie lernen, damit umzugehen, desto schneller werden sie ihre Angst verlieren.“, fuhr Matt fort. „Und wenn ich das nicht kann?“, fragte Dana leise. „Daran dürfen sie nicht denken.“, sagte Matt unnachgiebig. Langsam bekam Dana das Gefühl, dass dieser Guru mehr wusste, als er ihr sagte. „Deswegen allein rufen sie doch sicher nicht an.“, sagte Dana bestimmt. „Nicht nur.“, sagte Matt. Man konnte sein Schmunzeln deutlich hören. „Ihnen entgeht aber auch nichts. Sie sollten sich um die Seelenfänger kümmern.“ „Also ist es eine Gruppe.“, sagte Dana. „Ich fürchte schon.“, erwiderte Matt ernst. „Wissen sie, wo ihr Nest ist?“, fragte Dana. „Ich habe es nicht richtig sehen können. Aber sie schon.“, antwortete Matt. „Ich?“, fragte Dana erstaunt. Sie konnte sich an nichts der gleichen erinnern. „Ja, als sie ihren ersten Seelenfänger gesehen haben. Als sie in einer Welt waren, die für die meisten Menschen nicht greifbar ist.“, erklärte Matt. „Das Krankenhaus.“, sagte Dana, als sie an ihre außerkörperliche Erfahrung dachte.
„Ich denke, sie haben viel zu tun. Seien sie vorsichtig.“, sagte Matt. „Sie helfen nicht?“, fragte Dana etwas enttäuscht. „Ich bin nur der Bote.“, sagte Matt und legte auf. Langsam tat Dana es ihm gleich. Sie wurde aus diesem Guru einfach nicht schlau. Und am Ende hatte er sie noch mehr verwirrt. Sein Gerede über das Schicksal und das ihr diese Kräfte anvertraut wurden spukten ihr im wilden Tanz im Kopf herum. Doch dafür hatte sie keine Zeit. Schnell wählte sie sich in die lokalen Zeitungen und suchte nach seltsamen Vorfällen im Chicagoer General und in der Vorgeschichte des Grundstückes.

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 Betreff des Beitrags: Re: (SU2) 304 Seelenfänger
BeitragVerfasst: Mi Sep 01, 2010 8:46 am 
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Kapitel VI

Nach einer halben Stunde war Dana vom ihrer ersten Eingebung überzeugt. Das Krankenhaus war das Nest der Seelenfänger. Hastig durchsuchte sie ihren Schreibtisch, bis sie endlich gefunden hatte, was sie gesucht hatte. Schnell wählte sie die Nummer, die auf einen kleinen knittrigen Zettel stand. Nervös stand sie auf und lief auf und ab, während sie darauf wartete, dass jemand ans Telefon ging. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, bis endlich jemand ranging.
„Könnte ich Nick O’Malley sprechen?“, fragte sie ohne sich vorzustellen. „Und wer ist da?“, fragte eine junge Frau fast misstrauisch. „Professor Anderson. Es ist sehr dringend.“, antwortete Dana. „Das glaub ich gern.“, meinte die Polizistin leicht spöttisch. Dana ging nicht darauf ein. „Stellen sie mich durch.“, sagte sie nur im Lehrerton. Die Polizistin schnaubte ärgerlich und zischte Dana ein „Sekunde.“ entgegen. Dann war nichts mehr zu hören und Dana dachte schon fast, dass die Leitung gestört war, als Nick endlich ans Telefon ging. „O’Malley!“
Dana wusste sofort, dass die Polizistin im nicht gesagt hatte, wer dran war. Sie wusste, dass Nick sich sonst anders gemeldet hätte und vielleicht auch einen etwas ruhigern Ort aufgesucht hätte. Im Hintergrund konnte sie deutlich die Aktivitäten des Special Unit 2 Reviers hören. „Nick, ich bin’s.“, sagte sie. „Dana.“ Nick klang freudig überrascht. Er hatte nicht damit gerechnet, dass er so schnell wieder von der jungen Professorin hören würde. Wenn er daran dachte, dass sie ihn gebeten hatte, sich von ihr fern zu halten...
Nick schüttelte den Gedanken ab. „Was gibt’s?“, fragte er. „Ich denke ich weiß, wo sich das Nest der Seelenfänger befindet.“, kam Dana auch gleich zur Sache. „Im Krankenhaus oder?“, fragte Nick. „Nicht ganz. Aber deine Vermutung ist nicht schlecht.“, gab Dana zu. „Was ist passiert?“
„Im Heizungskeller wurde ein junger Mann getötet und die Spuren wiesen eindeutlich auf einen unsichtbaren Link hin.“, antwortete Nick und ignorierte dabei Kates fragenden Blick.
„Im Heizungskeller? Dann passt alles zusammen.“, sagte Dana. „Ich habe die Geschichte des Krankenhauses untersucht. Immer wieder gab es dort diese Epidemie an Herzversagen. Und zwar immer dann, wenn in Chicago die Sterblichkeitsrate gesunken ist.“
„Immer dann, wenn nicht genug Nahrung da war!., bemerkte Nick. „Ja, aber schon bevor dort ein Krankenhaus stand, gab auf diesem Gelände solche Fälle. Und soweit ich das in der Stadtgeschichte zurückverfolgen konnte, stand früher an der Stelle eine Tempelanlage einer zwielichtigen Sekte, die Vampire verehrt hat.“, fuhr Dana fort. „Und wie passt das zu den Seelenfängern?“, fragte Nick. „Die Tempelanlage hatte ein weitläufiges Tunnelsystem, welches der Stadt nicht so richtig bekannt war.“, antwortete Dana. „Also haben sie es mit größer Wahrscheinlichkeit überbaut.“, begriff Nick. „Davon geh ich aus. Und da der Mann im Heizungskeller getötet wurde, denke ich, dass man dort zuerst nach einem Zugang suchen sollte. Er wird gut versteckt sein.“, sagte Dana. „Wir werden uns drum kümmern.“, sagte Nick. „Aber ihr könnt sie nicht sehen.“, fiel es Dana ein: „Jonathan arbeitet dran. Er wird auch eine Möglichkeit finden, denke ich.“, sagte Nick. „Gut.“, sagte Dana. „Nick?!“ „Ja?“, fragte der smarte Polizist. „Sei vorsichtig.“, sagte Dana nach einigem Zögern. „Ich ruf dich an, wenn wir zurück sind.“, versprach Nick. „Okay.“, sagte Dana und legte langsam auf.

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