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Dana atmete geräuschvoll aus und versuchte, sich zu entspannen. Sie hatte gedacht, dass ihr Joga und Meditation helfen würde, doch sie hatte das Gefühl, dass sie noch angespannter war als vorher. Genervt stand sie von Teppich auf und ließ sich aufs Sofa fallen. Sie machte sich selbst völlig fertig. Bevor sie bei Matt dem Guru gewesen war, hatte sie schon Angst gehabt. Doch jetzt hatte sie schon fast Panik. Sie hatte sich im College sowie auch im Museum krank gemeldet. Sie wollte auf keinen Fall jemanden verletzten. „Und wenn hinabsteigt, der Fürst der Finsternis, wird eine erwählt, seinen Platz einzunehmen.“, murmelte Dana vor sich hin. Diese Worte hatten eine Kurzschlussreaktion bei ihr ausgelöst. Und dass sie auch noch vor ihrem geistigen Auge gesehen hatte, wie sie Matts Blut getrunken hatte, hatte ihr den Rest gegeben. Jonathan hatte nach der Untersuchung ihrer Blutprobe festgestellt, dass sie immer noch zu hundert Prozent ein Mensch war. Sie hatte lang genug das Übernatürliche studiert, um zu wissen, dass solche Kräfte übertragen werden konnten, doch meistens musste das freiwillig geschehen oder bestimmte Rituale musste vollführt werden. Deshalb verstand Dana nicht, wieso sie bei ihr geblieben waren. Dracula hat sie bestimmt nicht freiwillig zurückgelassen, auch wenn er Todesangst gehabt hatte. Hätten Nick und die anderen ihn nicht reingelegt, hätte er sich mit seinen Kräften nach draußen freigekämpft. Doch er schien noch mehr zurück gelassen zu haben. Dana dachte daran, dass sie den Seelenfänger hatte sehen können und dass sie vorher schon davon geträumt hatte. Sie hatte noch nie davon gehört, dass Vampire diese Art von Kräften hatten. Trotz ihres Studiums wusste sie bei weitem noch nicht alles. Dana stand auf und ging zu ihrem Computer. Vielleicht fand sie noch mehr über diese Dämonen raus, auch wenn ihre Quellen mittlerweile erschöpft waren. Sowohl in ihren Büchern, als auch im Internet. Trotzdem schaltete sie ihren Computer an und wählte sich ins Internet ein. Ein Popupfenster verriet ihr, dass sie eine neue Email bekommen hatte. Matt stand als Absender drin. Dana starrte die Mail an, als wäre sie eine giftige Schlange, die nur darauf wartete, zuzubeißen. Schnell löschte sie die Email. Erschrocken zuckte Dana zusammen, als das Telefon klingelte. Das Telefon war am anderen Ende des Raumes. Sie beschloss, es klingeln zu lassen. Ihr Anrufbeantworter konnte rangehen. Doch er ging nicht ran. Dana fluchte lautlos, als sie daran dachte, dass sie ihn vorhin ausgeschaltet hatte. Und das Telefon klingelte weiter. „Wer zum Teufel ist denn das?“, rief sie genervt. Schon setzte sich ihr schnurloses Telefon in Bewegung und flog auf sie zu. Reflexartig fing Dana das Telefon auf. „Verdammt!“, flüsterte sie. Ihre Hände zitterten, als sie das Gespräch entgegen nahm. „Sie sind nicht gerade einfach zu erreichen.“, hörte sie Matts Stimme. „Woher haben sie meine Nummer?“, fragte Dana. „Ich habe meine Quelle.“, antwortete Matt. „Was wollen sie?“, fragte Dana, ohne auf seine geheimnisvolle Wortwahl einzugehen. „Ihnen helfen.“, sagte Matt schlicht und klang dabei mehr als erstaunt, dass Dana diese Frage stellte. „Das können sie nicht.“, sagte Dana. Es klang entgültig. „Das können sie nicht wissen.“, meinte Matt bestimmt und Danas Hoffnung stieg bei diesen Worten wieder ein wenig. Doch sie dachte immer noch an das, was bei Matt passiert war. „Haben sie Angst?“, fragte Matt, als Dana dazu nichts sagte. „Das geht sie nichts an.“, sagte Dana. Sie versuchte ihre Stimme zu kontrollieren. Je mehr sie sich mit der ganzen Sache auseinander setzte, desto mehr geriet sie in Unruhe, ja sogar in richtige Panik. „Sie wissen zu wenig über das, was in ihnen heranwächst Dana.“; sagte Matt bestimmt. „Wächst?“, fragte Dana mit schwacher Stimme. „Oh keine Sorge. Ich meine das nicht so, wie sie denken. Nur wenn Dracula all seine Kräfte zurück gelassen hat, dürften sie in nächster Zeit noch auf einige Überraschungen stoßen.“, versuchte Matt Dana zu beruhigen. „Soll mich das jetzt aufheitern?“, fragte Dana spitz. „Sie sind eine ganz schön komplizierte Frau.“, sagte Matt und lachte dabei leicht. „Sie müssen Vertrauen zu sich selbst haben. Und Vertrauen darauf, dass das Schicksal wusste, was es tat, als es ihnen die Kräfte anvertraute.“ „Das klingt, als ob ich darüber froh sein soll. Verstehen sie das nicht? Ich habe vor mir selbst Angst. Ich habe Angst davor, dass ich jemanden mit diesem Kräften verletzten könnte.“, brach es aus Dana hervor. „Wenn sie ihre Kräfte kontrollieren, werden sie auch niemanden verletzen.“, sagte Matt bestimmt. „Ich biete ihnen meine Hilfe an. Nicht nur, was die Telekinese angeht.“ „Vampire haben noch andere Kräfte?“, fragte Dana. „Nicht alle, darum ist das nicht so bekannt!“, antwortete Matt. „Was für Kräfte sind das?“, fragte Dana beunruhigt. „Manche Vampire haben die Gabe der Telepathie. Sie können Gedanken sowohl lesen, als auch beherrschen.“, antwortete Matt. „Eine Steigerung der Telekinese. Man kann so nicht nur Dinge bewegen, sondern auch seine Gedanken.“, sagte Dana mehr zu sich selbst. „Genau! Diese Gabe tritt häufig bei den Alten auf.“, sagte Matt. Dana ließ sich in ihrem Stuhl zurück sinken. „Haben sie noch mehr solcher Nachrichten?“, fragte sie. „Im Moment nicht. Bei Vampiren muss man sehr vorsichtig sein, wenn man Dichtung und Wahrheit unterscheiden will.“, sagte Matt. „Ich weiß.“, sagte Dana leise. „Ich kann ihnen nur anbieten zu helfen, was die Kontrolle über diese Kräfte angeht. Je schneller sie lernen, damit umzugehen, desto schneller werden sie ihre Angst verlieren.“, fuhr Matt fort. „Und wenn ich das nicht kann?“, fragte Dana leise. „Daran dürfen sie nicht denken.“, sagte Matt unnachgiebig. Langsam bekam Dana das Gefühl, dass dieser Guru mehr wusste, als er ihr sagte. „Deswegen allein rufen sie doch sicher nicht an.“, sagte Dana bestimmt. „Nicht nur.“, sagte Matt. Man konnte sein Schmunzeln deutlich hören. „Ihnen entgeht aber auch nichts. Sie sollten sich um die Seelenfänger kümmern.“ „Also ist es eine Gruppe.“, sagte Dana. „Ich fürchte schon.“, erwiderte Matt ernst. „Wissen sie, wo ihr Nest ist?“, fragte Dana. „Ich habe es nicht richtig sehen können. Aber sie schon.“, antwortete Matt. „Ich?“, fragte Dana erstaunt. Sie konnte sich an nichts der gleichen erinnern. „Ja, als sie ihren ersten Seelenfänger gesehen haben. Als sie in einer Welt waren, die für die meisten Menschen nicht greifbar ist.“, erklärte Matt. „Das Krankenhaus.“, sagte Dana, als sie an ihre außerkörperliche Erfahrung dachte. „Ich denke, sie haben viel zu tun. Seien sie vorsichtig.“, sagte Matt. „Sie helfen nicht?“, fragte Dana etwas enttäuscht. „Ich bin nur der Bote.“, sagte Matt und legte auf. Langsam tat Dana es ihm gleich. Sie wurde aus diesem Guru einfach nicht schlau. Und am Ende hatte er sie noch mehr verwirrt. Sein Gerede über das Schicksal und das ihr diese Kräfte anvertraut wurden spukten ihr im wilden Tanz im Kopf herum. Doch dafür hatte sie keine Zeit. Schnell wählte sie sich in die lokalen Zeitungen und suchte nach seltsamen Vorfällen im Chicagoer General und in der Vorgeschichte des Grundstückes.
_________________ "Hasten ist das sinnlose Bemühen schneller als die Zeit zu sein."
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